Nach dem Rücksetzer bei Alphabet schauen Anleger jetzt besonders genau auf Microsoft und Amazon. Der Grund ist klar: Bei Alphabet reagierte der Markt nicht auf operative Schwäche, sondern auf die stark steigenden KI-Investitionen und den kurzfristig belasteten freien Cashflow. Nun stellt sich die Frage, ob Microsoft und Amazon vor ihren Quartalszahlen in eine ähnliche Capex-Falle laufen.
• Alphabet hat gezeigt, wie nervös der Markt auf hohe KI-Investitionen reagiert.
• Microsoft und Amazon haben ihre Investitionsoffensiven bereits früh kommuniziert.
• Entscheidend wird nicht die Höhe der Capex sein, sondern ob Azure und AWS stark genug wachsen.
Microsoft berichtet am 28. Juli, Amazon folgt am 30. Juli. Beide Konzerne stehen im Zentrum des KI-Infrastrukturbooms. Rechenzentren, Cloud-Kapazitäten, eigene Chips und Netzwerke kosten Milliarden. Doch genau diese Investitionen bilden das Fundament für die nächste Wachstumsphase.
Die Lehre aus Alphabet
Alphabet geriet unter Druck, weil die Investitionsprognose deutlich angehoben wurde und der freie Cashflow kurzfristig negativ ausfiel. Der Markt fürchtet, dass Big Tech immer mehr Geld in KI-Infrastruktur steckt, ohne schnell genug Erträge daraus zu erzielen.
Bei Microsoft und Amazon ist die Ausgangslage anders. Beide Unternehmen haben den Markt bereits auf hohe Investitionen vorbereitet. Die großen Zahlen sind also nicht neu. Das Risiko liegt eher darin, ob der Ausblick noch einmal überraschend nach oben geschraubt wird – oder ob das Wachstum in Cloud und KI die Ausgaben rechtfertigt.
Microsoft: Azure muss liefern
Microsoft hat für das Kalenderjahr 2026 hohe Investitionen in Kapazitätserweiterungen kommuniziert. Für das vierte Geschäftsquartal erwartet die Wall Street einen Gewinn je Aktie von 4,21 Dollar. Besonders wichtig wird das Wachstum von Azure.
Der Markt achtet darauf, ob Azure weiter in der erwarteten Größenordnung von 39 bis 40 Prozent wächst. Wenn Microsoft hier liefert und keinen neuen Investitionsschock für 2027 ankündigt, könnte die Aktie trotz hoher Capex stabil bleiben.
Amazon: AWS und Trainium im Fokus
Auch Amazon hat seine KI-Offensive früh sichtbar gemacht. Der Konzern investiert massiv in AWS-Rechenzentren, Netzwerktechnik und eigene KI-Chips wie Trainium. Für das zweite Quartal liegt die eigene Umsatzprognose bei 194 bis 199 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis soll 20 bis 24 Milliarden Dollar erreichen.
Entscheidend wird, ob AWS weiter beschleunigt und ob die Margen stabil bleiben. Genau hier liegt der Unterschied zu reiner Capex-Angst: Wenn die Investitionen direkt in wachsende Cloud-Nachfrage, bessere Auslastung und eigene Chipvorteile münden, bleibt die Story intakt.
Capex ist nicht automatisch ein Problem
Die Milliarden für KI-Infrastruktur wirken kurzfristig belastend. Langfristig können sie aber der entscheidende Burggraben sein. Wer heute Rechenzentren, Chips und Cloud-Kapazitäten aufbaut, sichert sich die Infrastruktur für die digitale Wirtschaft der kommenden Jahre.
Microsoft und Amazon verbrennen kein Kapital in vagen Experimenten. Sie investieren in bestehende Plattformen mit Milliarden Nutzern, Unternehmenskunden und wiederkehrenden Umsätzen. Genau deshalb ist die Qualität der Erträge wichtiger als die reine Höhe der Investitionen.
Nach Alphabet zählt die Beweisführung
Alphabet hat gezeigt, wie schnell der Markt bei hohen KI-Ausgaben nervös wird. Für Microsoft und Amazon wird deshalb der Ausblick entscheidend. Azure und AWS müssen zeigen, dass die Investitionen in Wachstum, Margen und Marktstellung einzahlen.
Für den Börsenbrief Megatrend Folger bleiben beide Aktien zentrale Plattformwerte der KI-Ära. Kurzfristige Rücksetzer nach den Zahlen wären möglich, aber nicht automatisch ein Bruch der Investmentstory. Welche Optionsscheine auf Microsoft und Amazon das beste Chance-Risiko-Profil bieten, erfahren Leser in der aktuellen Ausgabe des Megatrend Folger.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon, Alphabet.
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