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Druckenmiller kauft 44 Aktien zu – die größte Position wächst trotzdem weiter

Druckenmiller kauft 44 Aktien zu – die größte Position wächst trotzdem weiter
Foto: NurPhoto/Jonathan Raa/picture alliance/dpa
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Ingo Nix Heute, 07:58 Ingo Nix
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Stanley Druckenmillers Family Office (Duquesne) hat im zweiten Quartal so viel bewegt wie selten. 44 Namen kamen neu ins Depot, 23 flogen vollständig heraus, der gemeldete Portfoliowert stieg von 3,38 auf 5,21 Milliarden Dollar. Das klingt nach einem Investor, der wieder überall Chancen sieht. Wer die Meldung so liest, übersieht allerdings, was im selben Quartal an der Depotspitze passiert ist.

Drei Zahlen ordnen das Quartal ein. Das gemeldete Depot wuchs um mehr als die Hälfte. Amazon kletterte von 45.800 auf 541.600 Aktien, also auf mehr als das Elffache, dazu wurden die Kaufoptionen auf den Wert mehr als verdoppelt. Die fünf größten Zugänge zusammen bleiben allerdings unter 550 Millionen Dollar – Natera allein steht mit 865 Millionen im Depot und wurde ebenfalls aufgestockt.

Duquesne: Breite Zugänge, alte Spitze

Zum Stichtag am 30. Juni weist das 13F-Filing 95 Positionen aus. Alphabet ist mit rund 120 Millionen Dollar wieder dabei – die Position war erst im Vorquartal verkauft worden – und startet damit sofort bei 2,3 Prozent Depotgewicht. Fox folgt mit 115 Millionen in der Stammklasse A, CDW Corporation kam ebenfalls neu hinzu. United Airlines wurde auf 794.795 Aktien mehr als verdreifacht, Bitdeer kam mit 65 Millionen neu hinzu.

Zusammen bleiben diese fünf Zugänge unter 550 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Natera steht allein bei 16,6 Prozent des gemeldeten Depots oder gut 865 Millionen Dollar – und wurde im selben Quartal um weitere 252 Millionen ausgebaut. Die Streuung findet also unterhalb der eigentlichen Wette statt, nicht an ihrer Stelle.

Alphabet (A) (WKN: A14Y6F)

Duquesne: Auch die Verkäufe folgen einem Muster

Auf der anderen Seite trennte sich Druckenmiller vollständig von 23 Werten, darunter Broadcom, Intel und Micron. Beliebig ist das nicht: Im selben Quartal stieg er neu bei AMD ein und baute die Position in Taiwan Semiconductor um rund 114 Millionen Dollar aus. Sie ist mit 5,4 Prozent nun die zweitgrößte im Depot. Wer drei Halbleiterwerte verkauft und zwei andere kauft, streut nicht – er hat eine Meinung zur Lieferkette.

Ein zweites Muster zeigt sich bei den kleineren Zugängen. Neben Bitdeer stiegen auch Hut 8, Riot Platforms, IREN und Hyperliquid Strategies neu ins Depot – vier weitere Werte aus dem Umfeld von Kryptowährungen und Rechenzentren, die einzeln jeweils unter einem Prozent Depotgewicht bleiben. In der Summe ergeben sie jedoch dieselbe Wette wie die Halbleiterkäufe: auf den Ausbau der Rechenleistung.

Duquesne: Was das Filing nicht zeigt

Ein 13F-Filing erfasst ausschließlich amerikanische Long-Positionen in Aktien und börsengehandelten Fonds. Leerverkäufe, Anleihen, Währungen und alles außerhalb der USA fehlen – bei einem Makro-Händler also der größere Teil des Handwerks. Neun der gemeldeten Zeilen sind zudem Kaufoptionen, die nach den Regeln der Aufsicht mit dem Wert der zugrunde liegenden Aktien angesetzt werden, nicht mit dem gezahlten Preis. 

Vom vermeintlichen Aufbruch bleibt damit eine nüchterne Bilanz. 44 Zugänge, 23 Abgänge, ein um mehr als die Hälfte gewachsenes Depot – und an der Spitze dieselbe Aktie wie zuvor, nur größer. Ob daraus mehr wird, entscheidet der nächste Stichtag am 30. September; das Filing dazu muss bis zum 16. November vorliegen.

Zu viele Daten, zu wenig Zeit

Genau hier kommen die Börsenprofis Steffen Härtlein und Golo T. Kirchhoff ins Spiel. Die beiden Experten werten in ihrem Börsenbrief „13F-Berichte“ die Rohdaten der SEC systematisch aus, filtern die relevanten Bewegungen heraus und destillieren aus über 30.000 Datensätzen die 50 vielversprechendsten Aktien – bewertet nach einem klaren Rendite-Score, ergänzt um fundierte Kennzahlen, Investorenverhalten sowie konkrete Ziel- und Stoppkurse. Auf über 120 Seiten.

Tausende Positionen. Dutzende Fonds. Wer versucht, diesen Datenberg allein zu durchforsten, verliert schnell den Überblick. Die entscheidenden Signale werden übersehen, während andere schon längst positioniert sind. Ein Einstieg in die 13F-Berichte ist nur viermal im Jahr hier möglich.

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