Michael Burry hält Berkshire Hathaway nach dem Abschied von Warren Buffett offenbar nicht mehr für attraktiv. Der neue Chef Greg Abel setze das Geld zu früh ein, meint der „Big Short“-Investor. Berkshire hatte unterdessen im abgelaufenen Quartal seine Alphabet-Position um 17 Milliarden Dollar aufgestockt. Wo ist das Problem?
Warren Buffett ist weg. Die Diskussion um seine Investmentphilosophie bleibt. Michael Burry, bekannt geworden durch seine frühe Position gegen den US-Immobilienmarkt, hält Berkshire Hathaway unter dem neuen Chef Greg Abel jedenfalls nicht mehr für attraktiv. Seine Kritik: Der Nachfolger habe offenbar nicht die Geduld, auf die wirklich große Gelegenheit zu warten. Stattdessen beginne Berkshire, den gewaltigen Cash-Bestand unter Zeitdruck einzusetzen.
„Meine größte Sorge bei Berkshire Hathaway war, dass der Nachfolger nach Warrens Rücktritt zu alt und ansonsten nicht Warren sein würde und deshalb nicht dessen Geduld für den perfekten Wurf mitbringen würde. Ich glaube, diese Sorge hat sich bewahrheitet. Ich halte Berkshire künftig nicht für eine attraktive Investition“, schrieb Burry diesen Monat in einem Online-Beitrag.
Burry zielte mit seiner Kritik allgemein auf den neuen Kapitaleinsatz unter Greg Abel. Der damals bereits bekannte Alphabet-Einstieg war dabei allerdings der prominenteste Einzeldeal. Der einige Tage nach Burrys Beitrag gemeldete Nachkauf dürfte kaum dazu beigetragen haben, seine Zweifel zu zerstreuen.
Berkshire kauft Alphabet-Aktien
Im zweiten Quartal kaufte Berkshire Hathaway rund 48,1 Millionen Alphabet-Aktien hinzu. Der Gesamtbestand stieg auf knapp 106 Millionen Aktien. Zum damaligen Kurs war die Position rund 36,6 Milliarden Dollar wert. Alphabet wurde damit zur drittgrößten Beteiligung im börsennotierten Aktienportfolio – hinter American Express und Apple.
Der Schritt markiert einen klaren Wandel beim Kapitaleinsatz. Nach 14 Quartalen mit Nettoverkäufen wurde Berkshire im zweiten Quartal wieder zum Netto-Käufer von Aktien. Zudem kaufte der Konzern eigene Aktien im Wert von rund 4,5 Milliarden Dollar zurück. Der Cash-Bestand sank von 397,4 auf 365,5 Milliarden Dollar.
Für Burry sieht das offenbar nach Aktionismus aus.
Heute, 15:29
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