Der Halbleiter-Spezialist Marvell gerät nach der Vorlage seiner Quartalszahlen kräftig unter die Räder. Trotz geschlagener Erwartungen trennen sich einige Anleger nach der vorangegangenen Kursrally von ihren Papieren. Doch führende Wall-Street-Experten winken ab und sehen im Kursrutsch eine erstklassige Kaufchance.
Die jüngste Kursreaktion bei Marvell zeigt einmal mehr das extrem hohe Anspruchsniveau der Technologiebörsen. Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz auf 2,74 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 2,72 Milliarden Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,94 Dollar leicht über den prognostizierten 0,93 Dollar. Dennoch sackte das Papier um rund neun Prozent ab. Nach einem Kursanstieg von satten 184 Prozent seit Jahresbeginn und der jüngsten Ankündigung, dass Google Aktien im Wert von bis zu 12,2 Milliarden Dollar erwerben darf, hatten viele Marktteilnehmer schlicht auf ein noch größeres Zahlenfeuerwerk spekuliert.
Für namhafte Investmentbanken ist der aktuelle Dip jedoch kein Grund zur Sorge, sondern eine hervorragende Einstiegsgelegenheit. Gleich fünf – Bank of America, UBS, Barclays, Wells Fargo und Citi – bestätigten umgehend ihre Kaufempfehlungen und halten an ihren optimistischen Kurszielen fest. Die Bank of America sieht mit einem Kursziel von 365 Dollar ein enormes Aufwärtspotenzial von 51 Prozent. UBS und Wells Fargo rufen jeweils ein Ziel von 310 Dollar aus und trauen dem Wert damit ein Plus von 28 Prozent zu. Barclays und Citi sehen den fairen Wert jeweils bei 275 Dollar, was einem Kurspotenzial von 14 Prozent entspricht. Analyst Vivek Arya von der Bank of America betonte, dass Marvell vor einer Beschleunigung des Umsatzwachstums auf über 50 Prozent stehe, getrieben von führenden Cloud-Kunden und starker Marktstellung bei Rechenzentren, Netzwerken und optischen Komponenten.
Die fundamentale Wachstumsstory rund um Cloud, KI und die mächtige Partnerschaft mit Google bleibt vollkommen intakt. DER AKTIONÄR bleibt bullish. Wer bereits investiert ist, bleibt dabei. Neueinsteiger warten eine Stabilisierung ab und greifen dann zu.
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