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LVMH‑Zahlen: Schmucksparte rettet Quartalsbilanz

LVMH‑Zahlen: Schmucksparte rettet Quartalsbilanz
Foto: ChatGPT / Sora
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Philipp Schleu Heute, 18:05 Philipp Schleu

Das Weihnachtsgeschäft brachte für LVMH nicht die erhoffte Bescherung. Der weltweit größte Luxuskonzern kämpft mit einer deutlichen Nachfrageflaute, die nun auch das Herzstück des Imperiums trifft. Besonders die Kernsparte rund um Louis Vuitton und Dior zeigt Risse im Fundament, während sich die Gewichte innerhalb des Konzerns verschieben.

Der Gesamtumsatz des weltgrößten Luxuskonzerns belief sich im vierten Quartal auf 22,7 Milliarden Euro. Damit stieg er um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr – entgegen den Erwartungen eines Rückgangs von 0,3 Prozent. Die organischen Erlöse im Bereich Mode und Lederwaren sanken im vierten Quartal hingegen um drei Prozent. Damit schnitt das Unternehmen schlechter ab als von Analysten erwartet, die ein Minus von 2,9 Prozent prognostiziert hatten. Grund für die Zurückhaltung ist eine Mischung aus gestiegenen Lebenshaltungskosten und geopolitischer Unsicherheit. Zudem rächt sich nun die aggressive Preispolitik der vergangenen Jahre, durch die viele Konsumenten abgeschreckt wurden.

Während trendige Handtaschen im Regal bleiben, suchen Käufer in unsicheren Zeiten vermehrt nach bleibenden Werten. Davon profitierte zuletzt vor allem die Konkurrenz wie der Cartier-Eigentümer Richemont. Doch auch bei LVMH zeigt sich dieser Trend: Die Sparte Uhren und Schmuck übertraf die Erwartungen und verhalf dem Gesamtkonzern zu einem minimalen Umsatzplus. Besonders die Marke Bulgari glänzte im Schlussquartal und fungierte als wichtiger Puffer gegen die Schwäche im Ledergeschäft. 

Dennoch fällt die Aktie nach Börsenschluss aktuell um rund zwei Prozent.

LVMH (WKN: 853292)

Ein Blick auf die Weltkarte offenbart ein zweigeteiltes Bild. In den USA und in China stiegen die Erlöse organisch um jeweils ein Prozent, was die Schätzungen der Experten leicht übertraf. Enttäuschend verlief das Geschäft hingegen in Europa mit einem Rückgang von zwei Prozent. In Japan brachen die Verkäufe sogar um fünf Prozent ein und belasteten die Bilanz massiv. Ein dauerhaftes Sorgenkind bleibt zudem das Segment Wein und Spirituosen, das das dritte Jahr in Folge schrumpfte. Hier drückt vor allem der Nachfrageeinbruch bei Hennessy Cognac auf die Stimmung.

Trotz der aktuellen Flaute investiert Konzernchef Bernard Arnault weiter gezielt in das oberste Preissegment. Für eine Milliarde Euro stockte LVMH seine Beteiligung an der Edel-Kaschmirmarke Loro Piana in der zweiten Jahreshälfte von 85 auf 94 Prozent auf.

Dass LVMH trotz der Schwäche in der Kernsparte insgesamt zulegen konnte, beweist die Stärke des diversifizierten Portfolios. Mit der leichten Erholung in den Schlüsselmärkten USA und China im Rücken ist der Konzern gut positioniert, um die aktuelle Konsumflaute auszusitzen. Langfristig bleibt DER AKTIONÄR für den Branchenprimus daher zuversichtlich. Die Aktie ist auch Teil des AKTIONÄR-Depots.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.

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