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12.12.2019 Marion Schlegel

Lufthansa: Jetzt gilt es!

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Deutsche Lufthansa

Im Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und der Kabinengewerkschaft Ufo bekommen nun die beiden Schlichter das Wort. Der SPD-Politiker Matthias Platzeck und der Ex-Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise haben die Parteien für den 18. Dezember zu einem ersten Schlichtungsgespräch eingeladen, wie beide Seiten am Mittwoch in Frankfurt bestätigten.

Uneinigkeit herrscht noch über den möglichen Umfang der Themen. Laut einem Lufthansa-Sprecher soll es zunächst um die von Ufo bereits bestreikten Forderungen gehen. Konkret sind das neben einer Lohnsteigerung um zwei Prozent noch höhere Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie eine Regelung für Saisonkräfte, damit diese einfacher in reguläre Angestelltenverhältnisse wechseln können.

Die Ufo strebt hingegen weit umfassendere Verhandlungen an und hat in den vergangenen Tagen weitere Forderungen nachgeschoben. Die Gewerkschaft kündigte aber vorerst keine neuen Streiks an. In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Derweil besetzt der Konzern einige Posten neu. Nach dem Umbau ihres Konzernvorstands gibt es auch bei Spitzenposten der nächsten Management-Ebene einen Wechsel. Der bisherige Chef der Beteiligung SunExpress, Jens Bischof (54), übernimmt zum Jahreswechsel die größte Lufthansa-Tochter Eurowings, wie der DaX-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. An die Stelle von Christina Foerster, die in den Konzernvorstand wechselt, rückt bei der belgischen Tochter Brussels Airlines der bisherige Brussels-Finanzvorstand Dieter Vranckx an die Spitze. Von der Beratungsgesellschaft Boston Consulting kommt der neue Finanzvorstand der Lufthansa-Kernmarke, Patrick Staudacher.

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Einstufung für Lufthansa nach der Neubesetzung auf "Outperform" mit einem Kursziel von 20,25 Euro belassen. Der DAX-Konzern scheine die Restrukturierung bei der Billigflug-Tochter Eurowings forcieren zu wollen, schrieb Analyst Neil Glynn in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Lufthansa nach der Ernennung von Jens Bischof zum Chef der Tochter Eurowings auf "Outperform" mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Analyst Daniel Roeska wertete die Personalie in einer am Mittwoch vorliegenden Studie als gute Wahl und hilfreich für den Umbau von Eurowings.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Nach der deutlichen Aufholjagd der Lufthansa-Aktie in den vergangenen Wochen ist das Papier zuletzt an die 200-Tage-Linie herangelaufen. Diese erwies sich bislang als recht hartnäckiger Widerstand. Ein nachhaltiger Sprung darüber würde ein positives Signal brigen. Die Lufthansa-Aktie ist zwar weiterhin nicht für Anleger mit einem schwachen Nervenkostüm geeignet. Mutige mit einem langen Atem können bei der günstig bewerteten Aktie aber weiter zugreifen. Ein Stopp bei 13,40 Euro sichert nach unten ab.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.

(Mit Material von dpa-AFX)