Die neue Börsenwoche startet denkbar schlecht für deutsche Chemietitel wie BASF, Lanxess oder Brenntag. Schließlich sorgen sich die Marktteilnehmer wegen der angedrohten Strafzölle von US-Präsident Donald Trump, dass das Geschäft der konjunkturabhängigen Unternehmen der Branche negativ beeinflusst wird.
Und dies ist leider ein absolut denkbares Szenario. Denn nachdem Trump die Weltwirtschaft schon einmal mit erratischen Zollandrohungen geschockt hatte, folgt knapp neun Monate später der nächste tiefe Einschnitt in die Handelsbeziehungen vieler Firmen. Zudem wächst natürlich die Unsicherheit an den Märkten.
Besonders bitter: Die eigentlich durchaus vernünftigen Konjunkturdaten aus China gehen im heutigen Handel aufgrund der jüngsten Drohungen des US-Präsidenten nahezu komplett unter. So wuchs das chinesische Bruttoinlandsprodukt 2025 um 5,0 Prozent, womit das Regierungsziel von "knapp fünf Prozent" erreicht werden konnte. Bemerkenswert: Wieder einmal wurde das Wachstum besonders durch den Außenhandel gestützt. Angesichts der anhaltenden Spannungen mit den USA sowie verschiedener handelspolitischer Unsicherheiten gelang es den chinesischen Unternehmen weitgehend erfolgreich, die Handelsströme in andere Regionen umzuleiten. Indes hat der IWF seine Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt Chinas angehoben. Demnach wird für 2026 nun ein Plus von 4,5 Prozent erwartet, zuvor waren es nur 4,2 Prozent gewesen. Doch auch das kann den schwächelnden Chemietiteln im heutigen Handel nicht auf die Beine helfen.
Das schon zuvor schwierige Marktumfeld trübt sich durch die Unsicherheit durch Trumps nächsten Zollandrohungen natürlich noch weiter ein. Das Timing ist für Brenntag und Lanxess natürlich besonders bitter, da die Charts erstmals seit längerer Zeit wieder erste Lebenszeichen von sich gaben. Nun bleibt es bei beiden Aktien dabei: Ein Kauf drängt sich derzeit nicht auf. Stattdessen sollte von der Seitenlinie aus abgewartet werden, bis sich die Aktienkurse von Lanxess und Brenntag nachhaltig stabilisieren.
Mehr zu den Anteilscheinen von BASF lesen Sie unter "Wie stark treffen die US-Zölle BASF?".
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 13:53