Die Aktien der Merck KGaA haben am Donnerstag deutlich nachgegeben. Zeitweise rutschten die Papiere um bis zu 7,8 Prozent ab und gehörten damit zu den schwächsten Werten im moderat steigenden deutschen Leitindex DAX. Auslöser waren die vorgelegten Geschäftszahlen sowie ein vorsichtiger Ausblick des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns.
Im Tagesverlauf schwankte der Kurs deutlich. Zwischenzeitlich fiel die Aktie um bis zu 2,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember, bevor sich das Minus etwas verringerte.
Im vergangenen Jahr wurde die Entwicklung von Merck vor allem durch negative Währungseffekte gebremst. Operativ verdiente der Konzern zwar etwas mehr als im Vorjahr, beim Umsatz musste das Unternehmen jedoch leichte Einbußen hinnehmen. Unter dem Strich ging auch der Gewinn zurück. Immerhin: Die Dividende soll stabil bleiben.
Für das laufende Jahr stellt sich Merck auf ein schwierigeres Umfeld ein. Grund sind unter anderem harter Wettbewerb und der schwache US-Dollar.
Der Konzern rechnet damit, dass das operative Ergebnis 2026 zurückgehen wird. Beim Umsatz erwartet Merck bestenfalls eine Entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Ausblick sorgt bei Analysten für Diskussionen. Matthew Weston von der Schweizer Großbank UBS bezeichnete die Prognose als teilweise schwer nachvollziehbar. Hintergrund ist unter anderem, dass Merck die erwarteten US-Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Mavenclad ab März wegen zunehmender Generikakonkurrenz nicht mehr in den Konzernzielen berücksichtigt.
Zudem sind mögliche positive Effekte aus einer potenziellen US-Zulassung des Fruchtbarkeitsmedikaments Pergoveris noch nicht eingerechnet. Für das Medikament läuft derzeit ein Antrag auf eine beschleunigte Prüfung.
Peter Spengler von der DZ Bank bewertet den Ausblick zwar als konservativ. Positiv sei jedoch, dass Merck bereits jetzt eine vollständige quantitative Prognose für das laufende Jahr veröffentlicht habe.
Die Zahlen und der vorsichtige Ausblick zeigen: Bei Merck KGaA fehlt derzeit der operative Schwung. Währungseffekte, zunehmender Wettbewerb und der drohende Wegfall wichtiger Umsätze sorgen für Unsicherheit. Für Anleger drängt sich ein Einstieg daher aktuell nicht auf.
Ganz anders sieht es beim US-Pendant Merck & Co. aus. Die Aktie liegt seit der Empfehlung des AKTIONÄR im Oktober bereits 37 Prozent im Plus. Der Pharmariese überzeugt mit starken Blockbustern, robuster Profitabilität und einer klareren Wachstumsstory. Die Aktie bleibt ein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Merck & Co..
Heute, 20:40