Nach vier mitunter enorm schwierigen Jahren hofft die Chemiebranche für 2026 natürlich endlich auf eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen. Doch an der Frage, ob es für BASF, Lanxess & Co tatsächlich besser wird, scheiden sich derzeit weiterhin die Geister. Dies lässt sich beispielsweise auch an den jüngsten Analystenkommentaren ablesen.
So gehört Alex Sloane von der britischen Großbank Barclays ganz klar zum Lager der Pessimisten: Er zeichnet ein negatives Bild für das neue Jahr. Seiner Ansicht nach dürften die Firmen im Sektor weiterhin unter fragilen Endmärkten, eher niedrigen Absatzvolumina sowie einer mauen Preisentwicklung leiden. Dementsprechend hat er bei zahlreichen Chemietiteln die Kursziele gesenkt. Bei der Aktie von Lanxess sieht er den fairen Wert nun nur noch bei 14,00 Euro. Zuvor lag sein Ziel immerhin noch bei 15,00 Euro. Seine Einschätzung lautet unverändert "Underweight".
Bei den Anteilscheinen des Marktführers BASF hat er indes das Kursziel von 41,00 auf 40,00 Euro reduziert. Sein Anlagevotum bestätigte er erneut mit "Equal Weight". Hingegen ist das US-Analysehaus Bernstein Research bullisher gestimmt. Deren Analyst James Hooper schrieb, dass das Jahr 2026 für BASF zwar eher schwach starten dürfte, man sich seiner Meinung nach aber in den kommenden Monaten auf Verbesserungen einstellen könne. Er stuft die DAX-Titel daher unverändert mit "Outperform" ein und sieht das Kursziel erst bei 51,00 Euro erreicht.
Das Marktumfeld für die seit Jahren regelrecht gebeutelten Chemiekonzerne hellt sich nur langsam auf. Vor diesem Hintergrund ist es wirklich stark, wie robust sich die BASF-Aktie entwickelt. Die im historischen Vergleich günstig bewertete Dividendenperle bleibt für Anleger mit einem langen Atem nach wie vor attraktiv. Wer hier investiert ist, belässt den Stopp bei 36,00 Euro.
Bei Lanxess sollte indes noch abgewartet werden. Die letzten Aussagen des Konzernchefs Martin Zachert im Zuge der Q3-Zahlen ("Wir sehen kein Licht am Ende des Tunnels") mahnen schließlich weiter zur Vorsicht.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 08:18