Die USA sehen bei den Gesprächen mit dem Iran Fortschritte. Gleichzeitig belasten Spannungen zwischen Washington und Israel die diplomatischen Bemühungen. US-Präsident Donald Trump soll am Dienstag ein angespanntes Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geführt haben, der einem möglichen Abkommen kritisch gegenübersteht.
Das Wichtigste in Kürze:
• Die USA sehen Fortschritte in den Gesprächen mit dem Iran, während Trump zugleich erneut mit möglichen Angriffen droht.
• Irans Führung rechnet mit einer weiteren militärischen Eskalation und wirft den USA neue Kriegsvorbereitungen vor.
• Trotz diplomatischer Kontakte bleibt die Lage angespannt, auch weil die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus anhält.
Die Märkte reagierten dennoch erleichtert, nachdem Trump erklärt hatte, man befinde sich mit Teheran in einer „finalen Phase“ der Verhandlungen. Zugleich verschärft sich der Ton zwischen den Konfliktparteien weiter. Trump warnte erneut vor möglichen US-Angriffen, sollte die Diplomatie scheitern. Teheran drohte daraufhin mit einer Ausweitung des Konflikts über den Nahen Osten hinaus. „Die zentrale Frage ist inzwischen nicht mehr, ob die Eskalation zurückkehren könnte, sondern wie sich die nächste Phase des Konflikts entwickeln würde“, schrieb ein Iran-Experte. „Und ob eine weitere Kriegsrunde die strategische Pattsituation grundlegend verändern würde.“
Auch Irans Führung rechnet offenbar mit einer neuen militärischen Eskalation. "Die offenen und verdeckten Bewegungen des Feindes zeigen, dass er eine neue Runde des Krieges anstrebt", erklärte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf. Die Waffenruhe sei genutzt worden, um die eigenen militärischen Fähigkeiten wieder auszubauen.
Parallel laufen diplomatische Gespräche weiter. Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi reiste erneut nach Teheran und traf dort unter anderem iranische Regierungsvertreter. Gleichzeitig meldeten iranische Medien, dass innerhalb von 24 Stunden 26 Schiffe die strategisch wichtige Straße von Hormus passiert hätten – darunter Öltanker und Frachter.
Offiziell betont Teheran weiterhin, die Meerenge nicht blockiert zu haben. Reedereien müssen ihre Durchfahrt inzwischen jedoch mit iranischen Behörden abstimmen und dürfen nur noch bestimmte Korridore nutzen. Dafür erhebt der Iran Gebühren, die nach Einschätzung von Völkerrechtlern gegen internationales Seerecht verstoßen könnten.
Im gestrigen Handel sind die Ölpreise im Zuge der Aussagen, wonach die Verhandlungen in einer "finalen Phase" sind, wieder etwas gesunken. Doch wie immer in diesem Konflikt kann sich dies auch sehr rasch wieder ändern beziehungsweise ist auch gar nicht klar, ob dies auch wirklich der aktuelle Stand der Verhandlungen ist. Die Nervosität an den Märkten bleibt jedenfalls bestehen.
Heute, 06:46