Die Nervosität bleibt hoch. US-Präsident Donald Trump hat einen möglichen Militärschlag gegen den Iran nach eigenen Angaben zunächst aufgeschoben. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, mehrere Golfstaaten hätten um mehr Zeit für diplomatische Bemühungen gebeten. Derzeit liefen „ernsthafte Verhandlungen“ mit Teheran.
Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth und das US-Militär angewiesen, die bisherigen Angriffspläne vorerst auszusetzen. Ein größerer Militärschlag solle nur erfolgen, falls kein „akzeptables Abkommen“ zustande komme. Später erklärte Trump in Washington, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihn gebeten, die Entscheidung um einige Tage zu verschieben. Er sprach von positiven Entwicklungen. Noch tags zuvor hatte Trump den Druck auf den Iran deutlich erhöht und erklärt, Teheran müsse sich „schnell bewegen“, andernfalls drohten schwerwiegende Konsequenzen.
Unterdessen legte der Iran nach eigenen Angaben neue Vorschläge vor. Laut Außenamtssprecher Ismail Baghai wurden diese über Pakistan als Vermittler an die USA übermittelt. Zuvor hätten die Vereinigten Staaten bereits auf einen iranischen Vorschlag reagiert, den Trump öffentlich als „dämlich“ bezeichnet hatte. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, bot Teheran zuletzt eine schrittweise Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus an. Gleichzeitig blieben jedoch zentrale Streitpunkte rund um das iranische Atomprogramm ungelöst. Mehrere Vertreter der von Trump genannten Golfstaaten erklärten zudem, ihnen seien konkrete US-Angriffspläne nicht bekannt.
Nach Angaben iranischer Medien bestehen die USA weiterhin auf bestimmten Ergebnissen wie etwa beim iranischen Atomprogramm in den Verhandlungen als Voraussetzung für ein dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen. Der Iran fordert hingegen zunächst ein Ende der militärischen Offensive Israels im Libanon, bevor weitere Gespräche geführt werden können.
Die Ängste, dass es im und um den Iran bald weitere Kampfhandlungen geben könnte, nehmen weiter zu. Dementsprechend bleibt die Nervosität an den Märkten hoch. Die US-Börsen gaben gestern nach. Hingegen verharren die Ölpreise weiterhin über der Marke von 100 Dollar je Barrel.
Heute, 06:38