Die USA setzen ihre militärischen Angriffe auf den Iran nach Angaben von Präsident Trump zunächst aus. Hintergrund seien laufende Gespräche mit Teheran, denen man noch eine Chance geben wolle. Im Gespräch mit der Website "Axios" sagte Trump: "Wir sind in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran".
Gleichzeitig machte er deutlich, dass ein Abbruch der Verhandlungen neue Militärschläge nach sich ziehen könnte. "Wir werden wieder sehr starke militärische Gewalt anwenden."
Wie Trump weiter erklärte, wolle er den diplomatischen Bemühungen allerdings nur wenig Spielraum geben. Den Verhandlungen, die unter anderem die Wiederaufnahme der Gespräche über das iranische Atomprogramm sowie die Öffnung der Straße von Hormus zum Ziel haben, räume er "nicht viel Zeit" ein. Die Entscheidung, die Angriffe vorerst zu stoppen, habe er nach eigenen Angaben am Freitag auf Empfehlung der vermittelnden Staaten getroffen. Zu diesen gehören unter anderem Katar und Pakistan. Während eines Pressegesprächs an Bord der Air Force One bezeichnete Trump die Gesprächsbereitschaft Teherans als Erfolg der amerikanischen Politik. "Sie haben um ein Treffen gebeten."
Innerhalb der US-Regierung soll es laut CNN erhebliche Vorbehalte gegen eine Ausweitung des Konflikts gegeben haben. Dem Bericht zufolge warnten Vizepräsident JD Vance und Generalstabschef Dan Caine vor den Folgen einer weiteren militärischen Eskalation. Caine habe dabei insbesondere auf schwindende Munitionsbestände der US-Streitkräfte aufmerksam gemacht. Nach Informationen der "New York Times" betrifft dies vor allem Flugabwehrraketen des Typs Patriot.
Trump wies entsprechende Sorgen zurück. Auf dem Präsidentenflugzeug erklärte er: "Wir haben eine Menge Munition, verschiedene Arten davon." Außerdem verfüge das Militär über "mehr als wir jemals verwenden könnten". Parallel dazu würden die Bestände – insbesondere bei den Patriot-Systemen – weiter aufgestockt. Zugleich erinnerte Trump daran, dass sein Vorgänger Joe Biden Patriot-Raketen und andere Munition zur Unterstützung der Ukraine geliefert habe.
Nach CNN-Informationen spielte bei den Beratungen außerdem die mögliche Zahl ziviler Opfer im Iran eine Rolle. Weitere Angriffe könnten erhebliche Auswirkungen auf die Bevölkerung haben, hieß es. Trump selbst hatte in den vergangenen Monaten mehrfach angekündigt, im Ernstfall auch zivile Infrastruktur wie Brücken, Straßen oder Kraftwerke angreifen zu lassen.
Trotz der laufenden Gespräche ist die Schifffahrt durch die Straße von Hormus weiterhin stark eingeschränkt. Nach Darstellung der USA lässt der Iran nur wenige Schiffe passieren, während Washington zusätzlich eigene Sperrmaßnahmen aufrechterhält. Das zuständige US-Militärkommando erklärte, bislang seien 17 Schiffe zur Umkehr gezwungen worden. Darüber hinaus seien in den vergangenen Wochen zwei Schiffe geentert und zwei weitere außer Betrieb gesetzt worden.
Im Zuge der jüngsten Entwicklungen geht es mit den Ölpreisen kräftig bergab. So geht es aktuell mit WTI-Öl um acht Prozent auf rund 82 Dollar nach unten. Brent-Öl verliert sogar aktuell satte zwölf Prozent auf 85 Dollar. Dies spielt natürlich Firmen wie etwa der Lufthansa voll in die Karten. Mehr dazu lesen Sie hier.
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