Im Oktober wird es richtig spannend für die Lufthansa. Denn laut einem Pressebericht will die portugiesische Regierung im Rennen um die Übernahme der staatlichen Fluggesellschaft TAP Mitte Oktober eine Entscheidung treffen. Dies berichtete die portugiesische Wirtschafts-Nachrichtenseite "ECO" unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person.
Demnach müssen die Bewerber Lufthansa und Air France-KLM ihre bereits eingereichten Gebote für knapp die Hälfte der TAP-Anteile noch einmal überarbeiten, nachdem die Regierung beide Angebote als gleichwertig eingestuft hatte. Für diese neue Verhandlungsrunde seien drei Wochen vorgesehen. Zum Verkauf steht ein Minderheitsanteil von 44,9 Prozent an TAP. Zusätzlich sind 5,0 Prozent der Anteile für die Belegschaft der Fluggesellschaft reserviert, während der portugiesische Staat zunächst die Mehrheit behalten soll.
In Europa hat die Lufthansa bereits mehrere Fluggesellschaften komplett in den eigenen Konzern integriert, darunter die früheren nationalen Airlines der Schweiz, Belgiens und Österreichs. An der italienischen Fluggesellschaft Ita ist der deutsche Konzern derzeit zwar nur mit einer Minderheit beteiligt, hat sich aber bereits die Option gesichert, seinen Anteil künftig auf 90 Prozent auszubauen.
Indes ging es mit dem Aktienkurs der Lufthansa zuletzt weiter bergab. Denn die Airline leidet unter den anhaltend hohen Ölpreisen, welche die Kerosinkosten weiter nach oben treiben. Immerhin ist die Lufthansa relativ gut gegen Ölpreisschwankungen gehedgt, dennoch machen sich die kräftigen Preisanstiege in der Gewinn- und Verlustrechnung des MDAX-Konzerns klar bemerkbar. Dementsprechend performt die Aktie derzeit eher mau.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Mittel- bis langfristig sind die Aussichten für die günstig bewertete Lufthansa-Aktie zwar durchaus gut, doch derzeit ist das Marktumfeld angesichts der anhaltend hohen Kerosinpreise sehr rau. Darüber hinaus ist das Chartbild weiterhin angeschlagen. Daher sollten Anleger hier zunächst weiter an der Seitenlinie verharren. Der MDAX-Titel sollte aber auf der Watchlist belassen werden.
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