Die Entspannung am Ölmarkt verleiht den Aktien von Fluggesellschaften zum Wochenauftakt Rückenwind. Nachdem der Rohölpreis wieder deutlich nachgegeben hat, gehören Airlines im heutigen Handel zu den Gewinnern. So legen etwa die Aktien der Lufthansa im Vergleich zum Xetra-Schluss vom Freitag um rund drei Prozent zu.
Auch die Papiere von Air France-KLM gewinnen im Vergleich zum Schlusskurs an der Euronext rund vier Prozent. Bei der Aktie von Ryanair geht es ebenfalls um rund vier Prozent nach oben.
Auslöser der positiven Kursentwicklung ist der kräftige Rückgang der Ölpreise. Hintergrund ist die vorläufige Einstellung der US-Militärangriffe auf den Iran, die an den Märkten Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahost-Konflikt geweckt hat. Dadurch verringerte sich die Sorge vor möglichen Lieferausfällen aus der ölreichen Region. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel am Montagmorgen zeitweise auf rund 90 US-Dollar. In der Vorwoche war die Notierung infolge der Eskalation zwischen den USA und dem Iran noch zeitweise über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen.
Für Fluggesellschaften sind sinkende Kerosinkosten ein Belastungsfaktor weniger. Da Treibstoff einen erheblichen Teil der Betriebskosten ausmacht, wirken sich fallende Ölpreise in der Regel positiv auf die Ertragsaussichten der Branche aus. Allerdings sind gerade Lufthansa und Ryanair sehr umfangreich gegen starke Preisaufschläge abgesichert. Entsprechend reagierten Anleger mit Käufen bei den Aktien europäischer Airlines.
Auch an den Finanzmärkten insgesamt sorgte die Entwicklung für Optimismus. Marktstratege Stephen Innes sprach von einem ersten ernsthaften Versuch des Ölmarktes, wieder auf eine diplomatische Lösung des Konflikts zu setzen.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Wer über Mut und einen langen Atem verfügt, kann durchaus zugreifen. So wird die Lufthansa aktuell lediglich mit einem 2027er-KGV von 8 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 bewertet. Dies ist angesichts der starken Marktstellung, der Ertragsstärke des MDAX-Konzerns sowie der soliden Bilanz nicht gerechtfertigt. Die Aktie bleibt daher ein Kauf. Der Stoppkurs sollte bei 6,50 Euro belassen werden.
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