Die IBM-Aktie ist zum Wochenstart massiv unter Druck geraten. Mit einem Minus von gut 13 Prozent auf 223,35 Dollar erwischte es den IT-Riesen heftig. Auslöser ist ausgerechnet der KI-Boom: Anthropic hat angekündigt, dass sein Tool „Claude Code“ bei der Modernisierung alter COBOL-Systeme helfen kann – einem Kernbereich des IBM-Geschäfts.
IBM verdient seit Jahrzehnten an Mainframes für große Transaktionssysteme, in denen COBOL eine zentrale Rolle spielt. Die Programmiersprache stammt aus den späten 1950er-Jahren und ist bis heute weit verbreitet – etwa bei Zahlungsabwicklungen oder im Einzelhandel. Laut Anthropic laufen rund 95 Prozent aller Geldautomaten-Transaktionen in den USA über COBOL. Weltweit sind hunderte Milliarden Codezeilen im Einsatz, unter anderem in Finanzsystemen, bei Airlines und Behörden.
Genau hier setzt KI an. Claude Code soll Abhängigkeiten in riesigen Codebasen analysieren, Abläufe dokumentieren und Risiken identifizieren – Aufgaben, für die menschliche Experten bislang Monate benötigen. Laut Anthropic war die Modernisierung alter Systeme oft teurer als eine komplette Neuentwicklung. KI könne dieses Verhältnis nun umkehren und verkrustete Strukturen effizienter aufbrechen.
Für IBM ist das brisant. Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 24 Prozent verloren. Der jüngste Rückschlag reiht sich ein in eine Serie von KI-bedingten Abverkäufen. Erst am Freitag gerieten Cybersecurity-Werte unter Druck, nachdem Anthropic eine Sicherheitsfunktion vorgestellt hatte, die eigenständig Schwachstellen in Software aufspüren kann.
Im Zuge des massiven Ausverkaufs bei der Aktie in den vergangenen Wochen ist IBM auch unter den Stopp des AKTIONÄR bei 200 Euro gerutscht und wurde verkauft. Charttechnisch stellt das 2025er-Tief bei 214,50 Dollar nun eine wichtige Unterstützung dar. Anleger warten nun eine klare Beruhigung der Lage ab.
Heute, 07:14