Die chinesische Führung hat einen ehrgeizigen Plan. Bis zum Jahr 2030 will man dafür sorgen, dass die Selbstversorgungsquote im Halbleitersektor 80 Prozent beträgt, um unabhängiger vom Westen, aber auch von geopolitischen Risiken zu werden. Das sollte für massiven Rückenwind bei den Papieren von Hua Hong sorgen.
Die chinesische Regierung hat Halbleiter im Fünfjahresplan für 2026 bis 2030 als strategischen Schwerpunkt definiert. Ziel ist es, technologische Eigenständigkeit und Innovationskraft zu stärken. Premierminister Li Qiang erklärte im März vor dem Nationalen Volkskongress, dass Chips zu einer tragenden Säule neuer Industrien aufgebaut werden sollen.
Konkret sieht der Plan vor, die Selbstversorgungsquote bei Halbleitern auf 80 Prozent zu erhöhen. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 betrug die Quote noch 33 Prozent. Laut Reuters schreibt die Regierung zudem vor, dass beim Bau neuer Fabriken mindestens 50 Prozent der eingesetzten Anlagen aus chinesischer Produktion stammen müssen. Damit wird die Lokalisierung der gesamten Lieferkette weiter beschleunigt.
Für Hua Hong ist das positiv, weil man sich auf sogenannte „mature nodes“, also bewährte Fertigungstechnologien im Bereich von beispielsweise 28 bis 90 Nanometern, konzentriert. Genau diese Technologien sind in China kurzfristig skalierbar und bilden die Grundlage für zahlreiche Anwendungen in der Industrie, im Automobilsektor oder bei Leistungshalbleitern. Während China bei modernsten Chips noch hinterherhinkt, wird der Ausbau dieser etablierten Segmente politisch priorisiert und kann schnell umgesetzt werden.
Ob China das ambitionierte 80-Prozent-Ziel bis 2030 erreicht, wird die Zeit zeigen. Klar ist allerdings, dass die Regierung alles dafür tun wird und die Papiere von etablierten Auftragsfertigern wie Hua Hong dadurch Rückenwind erhalten sollten. Die Aktie bleibt ein Kauf. Weitere spannende Titel aus dem Reich der Mitte sowie regelmäßige Updates zum chinesischen Markt finden Sie im China Stock Report.
Heute, 09:37