Hua Hong: 50% in drei Wochen – chinesischer Chip‑Highflyer kaum zu bremsen

Hua Hong: 50% in drei Wochen – chinesischer Chip‑Highflyer kaum zu bremsen
Foto: Yogesh-K-Shah/shutterstock
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Julian Weber 20.01.2026, 20:00 Julian Weber

37 Prozent in nur drei Wochen und das ohne Schein: Die Aktie von Hua Hong war in den vergangenen Wochen einer der heißesten Titel am chinesischen Aktienmarkt. In der Spitze kam der Kurs seit AKTIONÄR-Empfehlung sogar auf ein Plus von über 50 Prozent. Zuletzt konsolidierte die Aktie allerdings. Wie geht es jetzt weiter?

Ausgangspunkt für die Rally war die zuletzt erfolgte Neubewertung des chinesischen Halbleitersektors. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Aktie nach einem Treffen des Managements mit Goldman Sachs. Die Investmentbank verwies auf eine robuste Nachfrage über mehrere Technologieplattformen hinweg sowie auf eine hohe Auslastung der Produktionskapazitäten. Das Thema griffen in der Folge auch andere Analysten auf und legten mit eigenen Studien nach.

Im Mittelpunkt steht dabei die geplante Übernahme von Huali Microelectronics. Hua Hong will die bisherige Beteiligung für 8,27 Milliarden Renminbi (umgerechnet rund eine Milliarde Euro) auf 97,4988 Prozent der Anteile erhöhen und die bisherige Beteiligung vollständig integrieren. Finanziert wird die Transaktion über die Ausgabe neuer Aktien. Zusätzlich plant der Konzern eine weitere Kapitalerhöhung mit einem Volumen von bis zu 7,56 Milliarden Renminbi. Die Mittel sollen unter anderem in Technologie-Upgrades, Forschung, Betriebskapital und den Schuldenabbau fließen.

Analysten geben grünes Licht

Aus Analystensicht ist vor allem der Ergebniseffekt relevant. Huatai Securities hat auf Basis von Pro-forma-Zahlen gerechnet. Demnach würde der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn durch die Übernahme von 380 Millionen auf 960 Millionen Renminbi steigen. Der Gewinn je Aktie würde rechnerisch von 0,22 auf 0,50 Renminbi anwachsen. Entsprechend hob Huatai das Kursziel für die in Hongkong notierten Papiere leicht auf 120 Hongkong Dollar (rund 13,10 Euro) an und bestätigte die Kaufempfehlung.

Auch BOCOMI kommt zu einem ähnlichen Schluss. Die Bank verweist darauf, dass die Produktionslinien von Huali Microelectronics bereits weitgehend abgeschrieben sind. Dadurch könnte die Profitabilität nach der Integration über dem Durchschnitt der bestehenden Hua-Hong-Kapazitäten liegen. Auf Pro-forma-Basis steigt der Nettogewinn für 2024 sowie für die ersten acht Monate 2025 deutlich an. BOCOMI hält allerdings am Kursziel von 91 Hongkong Dollar fest.

Chinas Chip-Sektor auf dem Vormarsch

Unterstützt wird die Neubewertung zudem durch den beschleunigten Ausbau der chinesischen Waferfertigung insgesamt. So hat Nexchip Anfang Januar den Bau einer neuen Zwölf-Zoll-Linie für 28- und 40-Nanometer-Technologien gestartet. Das Projekt unterstreicht die hohe Nachfrage nach jenen Prozessen, auf die auch Hua Hong fokussiert ist und bestätigt die anhaltend hohe Auslastung im heimischen Markt.

HUA HONG SEMICONDUCTOR (WKN: A12DNQ)

Der technologische Fortschritt im chinesischen Halbleitersektor beflügelt auch spezialisierte Auftragsfertiger wie Hua Hong. Operativ steht das Unternehmen vor großen Fortschritten, zumal die chinesische Chipindustrie rasant wachsen dürfte. Der jüngste Rücksetzer bietet Anlegern eine gute Einstiegsmöglichkeit. Weitere spannende und wachstumsstarke Titel aus dem Reich der Mitte finden Sie im China Stock Report von DER-AKTIONÄR-Experte Michael Diertl.

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