Während sich die kurzfristigen Kursziele der großen Investmentbanken für Ende 2026 inzwischen in einer vergleichsweise engen Spanne von rund 4.500 bis 6.300 Dollar je Feinunze bewegen, wird der Blick auf das Jahr 2030 deutlich unschärfer – die genannten Zahlen reichen von knapp 5.000 bis über 10.000 Dollar.
Am vorsichtigeren Ende steht die australische Großbank Westpac, die für Anfang 2030 mit rund 4.970 Dollar rechnet – als eine der wenigen Banken kalkuliert sie offen mit einer zwischenzeitlichen Korrektur. JPMorgan hält in einem optimistischeren Langfristszenario Kurse von bis zu 8.000 Dollar bis 2030 für möglich, nachdem die Bank ihr Ziel für Ende 2026 bereits auf rund 6.300 Dollar angehoben hatte. Analyst Charlie Morris von Atlantic House Investments geht von über 7.000 Dollar bis 2030 aus.
Die wichtigsten Treiber
Als wichtigste Treiber nennen die Banken überwiegend ähnliche Gründe:
Zentralbankkäufe: Goldman Sachs verweist immer wieder auf die anhaltend hohe Goldnachfrage der Zentralbanken, die ihre Reserven zunehmend diversifizieren, um sich gegen geopolitische und finanzielle Risiken abzusichern. Diese Entwicklung gilt als mehrjähriger, struktureller Trend.
Sinkende Realzinsen: Da Gold keine laufenden Zinsen oder Dividenden abwirft, wird das Edelmetall besonders attraktiv, wenn die Realzinsen niedrig sind oder Notenbanken ihre Geldpolitik lockern. Sollten Fed und andere große Zentralbanken ihre Leitzinsen weiter senken, würde dies die Opportunitätskosten des Goldbesitzes weiter reduzieren.
Staatsverschuldung und Dollar-Schwäche: Die stark steigende Staatsverschuldung vieler Industrieländer, allen voran der USA, nährt bei Investoren Zweifel an der langfristigen Stabilität von Papierwährungen. Ein schwächerer Dollar macht Gold zudem für Käufer aus anderen Währungsräumen günstiger.
Geopolitische Unsicherheit: Anhaltende Konflikte, etwa im Nahen Osten, sorgen für erhöhte Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen – ein Effekt, der sich in Krisenzeiten regelmäßig verstärkt.
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