Am Wochenende hat Donald Trump seine Plattform Truth Social wieder mit Bildern geflutet, die eine Künstliche Intelligenz erzeugt hat. Eines davon zeigt ihn am Handelsschirm im Oval Office, links auf dem Monitor „BOUGHT: INTEL $20“, rechts „NOW $95“. Dazu die Zeile, er habe „Hunderte Milliarden Dollar“ verdient – für Amerika, nicht für sich.
Intel: Dasselbe Bild, neue Zahl
Die Montage ist nicht neu. Im September 2025 hat er sie schon einmal gepostet, damals stand auf dem grünen Schirm noch 30 Dollar. Ausgetauscht wurde nur die Zahl, und die stimmt: Intel schloss am 4. September bei 95,80 Dollar.
Intel: Der Staat zahlte nie bar
Die Rechnung dahinter stimmt weniger. Der Staat hat für seinen Anteil nie Bargeld überwiesen, sondern umgebucht: 5,7 Milliarden Dollar an zugesagten Zuschüssen aus dem CHIPS and Science Act und 3,2 Milliarden Dollar aus dem Programm Secure Enclave wurden im August 2025 in Aktien verwandelt – 433,3 Millionen Stück zu 20,47 Dollar und 9,9 Prozent, passiv und ohne Sitz im Verwaltungsrat. So steht es in Intels Mitteilung und im 8-K-Bericht an die Börsenaufsicht.
Dieses Paket ist heute rund 41,5 Milliarden Dollar wert, der Buchgewinn liegt bei etwa 32,6 Milliarden. Das ist einer der lukrativsten Staatseinstiege der jüngeren Geschichte – von „Hunderten Milliarden“ aber eine ganze Größenordnung entfernt.
Auffällig ist der Zeitpunkt des Jubels: Gefeiert wird ein Kurs rund ein Drittel unter dem 52-Wochen-Hoch von 142,35 Dollar. Die Fertigungstechnologie 18A läuft längst in Serie – über die Bewertung entscheidet die Auftragsfertigung. Für den Nachfolgeknoten 14A braucht Intel nach eigener Darstellung verbindliche Nachfrage großer externer Kunden, sonst rechnet sich der Schritt nicht. Nächster Prüfpunkt sind die Quartalszahlen im Oktober.
Intel ist aktuell keine laufende Empfehlung des AKTIONÄRS. Die Aktie wurde bei 97 Euro ausgestoppt. Leser, die frühzeitig dabei waren, konnten einen Gewinn von rund 380 Prozent einstreichen.
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