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02.05.2018 Marco Bernegg

Facebook flirtet mit dem Dating-Markt: Match Group fällt – Nachkaufchance?

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Facebook

Mark Zuckerberg verkündete am gestrigen Dienstag auf einer Keynote der jährlichen F8-Entwicklerkonferenz von Facebook den Einstieg ins Dating-Geschäft. Nutzer des Social Networks können in Zukunft ein Dating-Profil erstellen, das Freunde nicht sehen. Das sogenannte Opt-in Feature sucht dann gezielt passende Personen, mit denen man nicht befreundet ist. 

Eine kleine Spitze gegen die beliebte Plattform Tinder der Match Group konnte sich Zuckerberg auch nicht verkneifen: „Dies ist für den Aufbau richtiger, langfristiger Beziehungen – nicht nur für Hook-ups.“

Match Group-Chef kontert

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Mandy Ginsberg, CEO der Match Group, sagte in einer Erklärung selbstbewusst: „Wir sind überrascht über das Timing angesichts der Menge an persönlichen und sensiblen Daten, die mit diesem Gebiet einhergehen. Aber unabhängig davon werden wir unsere Anwender auch weiterhin durch Produktinnovation und unermüdliche Konzentration auf den Erfolg unserer Beziehungen begeistern. Wir verstehen diese Kategorie besser als jeder andere.“

Während Facebook am heutigen Mittwoch vorbörslich leicht im Plus notiert, brach die Match Group regelrecht ein. Das Minus beträgt aktuell rund 20 Prozent. Anleger trauen Facebook im Dating-Markt allem Anschein nach viel zu. 

Grund zur Sorge?

Der starke Kursrutsch der Match Group ist definitiv übertrieben. Man ist weiterhin Marktführer in Dating-Markt und Facebook wird vorerst nur Tests durchführen. Hinzu kommt der aktuell angeschlagene Ruf des Social-Media-Konzerns. Anleger warten eine Beruhigung des Marktumfeldes ab und nutzen das Niveau dann als Nachkaufchance.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
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Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2