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E.on und RWE: Die Folgen der Denkzettel-Wahl

E.on und RWE: Die Folgen der Denkzettel-Wahl
Foto: Börsenmedien AG
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Michael Herrmann 30.03.2011, 09:40 Michael Herrmann

Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz deutet sich eine Kehrtwende in der Atompolitik der Bundesregierung an. Die Aktien der Energieversorger E.on und RWE haben ihren Sinkflug daraufhin fortgesetzt.

Bereits im Vorfeld der Landtagswahlen des vergangenen Wochenendes hatte DER AKTIONÄR angekündigt, dass die Bundesregierung im Falle einer Wahlniederlage in Baden-Württemberg kaum an der Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke festhalten kann. Vor allem die sehr starken Wahlergebnisse der Grünen und die Tatsache, dass Energiepolitik eines der wichtigsten wahlentscheidenden Themen war, drängen die Bundesregierung geradezu zu einem Kurswechsel in der Energiepolitik.

Gegnerische Stimmen werden lauter

So gab der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle in einer ersten Reaktion auf die Wahlergebnisse zu verstehen, dass man verstanden habe. Am Dienstag verkündete Generalsekretär Christian Lindner sogar, dass die Liberalen eine endgültige Stilllegung der alten Atommeiler erreichen wollen und man dafür einen breiten Konsens mit den Betreibern anstrebe. Noch während des dreimonatigen Atom-Moratoriums solle dies verbindlich festgesetzt werden und Rechtssicherheit geschaffen werden.

Ausgang offen

Wie ein solcher Konsens konkret aussehen soll, ließ Lindner allerdings offen. Für Anleger stellt sich vor allem die Frage, welchen Preis E.on, RWE und Co für den Verzicht auf ihre älteren Atommeiler aushandeln werden. Zwar sind die Versorger rechtlich in einer starken Verhandlungsposition, die Koalition kann sich einen hohen Preis allerdings wohl kaum leisten. Angesichts der weit verbreiteten Ablehnung der Atomkraft und der großen Vorbehalte gegen die "Atomlobby" in der deutschen Bevölkerung wäre ein zu gewaltiger Aufschrei der Öffentlichkeit zu erwarten.

Weiter meiden

Vorteile für die Versorger werden daher eher versteckt zu finden sein. Angesichts der schwierigen politischen Konstellation lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erkennen, welchen Preis die Stromkonzerne am Ende aushandeln können. Klar ist allerdings, dass die Diskussion in den kommenden Wochen und Monaten die Aktienkurse von E.on und RWE maßgeblich bestimmen wird. Aufgrund der nach wie vor großen Unsicherheiten bezüglich des Ausgangs sollten Anleger trotz der attraktiven Dividendenrenditen weiter einen Bogen um die Aktien der beiden größten deutschen Versorger machen.

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