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Ein Ende – oder ein Anfang?

Ein Ende – oder ein Anfang?
Bernd Förtsch 26.03.2026, 08:20 Bernd Förtsch

Eine Partei verabschiedet sich in die Bedeutungs­losigkeit. Meine Gedanken zu historischen Persönlichkeiten unseres Landes und den Perspektiven einer einst stolzen Partei.

„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Eines der berühmtesten Zitate der Friedensbewegung. „Stell dir vor, du gehst und keiner nimmt großartig Notiz davon!“ So oder ähnlich würde das Zitat aktuell wohl in Abwandlung für die Freie Demokratische Partei Deutschlands, die FDP, lauten. Sie wissen, wovon ich rede? Respekt! Für alle anderen: Der Bundesvorstand der FDP ist geschlossen zurückgetreten. Zusatzfrage: Wie lauten demzufolge die Namen der Zurückgetretenen? Ja. Genau. Vermutlich mussten Sie jetzt (sehr) lange nachdenken. Möglicherweise sogar erfolglos.

Wie konnte es so weit kommen? Gehen wir ein wenig zurück in der Geschichte. Beginnen wir in den Gründerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Humanist Theodor Heuss wird der erste Bundespräsident unseres noch jungen Staates. Während der Entspannungspolitik mit dem Ostblock prägen sozial-liberale Größen wie Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher nachhaltig das Bild, das die Welt sich von uns macht. Figuren wie Otto Graf Lambsdorff werden zum Inbegriff des Marktwirtschaftlers und Persönlichkeiten wie Gerhart Baum oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geben dem Thema „Bürgerrechte und Freiheit des Individuums gegenüber dem Staat“ Profil innerhalb der FDP. Auch Namen wie Klaus Kinkel, der Ziehsohn Genschers, oder Jürgen Möllemann, das Enfant terrible der Politik, sind heute noch ein Begriff. Ebenso natürlich Guido Westerwelle: historisches Rekordergebnis von knapp 15 Prozent für die FDP anno 2009, der erste offen homosexuelle Außenminister unseres Landes und ein brillanter Redner. Und zuletzt Christian Lindner, ebenfalls ein begnadeter Rhetoriker, der die Partei fast im Alleingang wieder in den Bundestag brachte, am Ende aber nach dem Ampel-Aus der Politikarena den Rücken kehrte.

Projekt 18: Der legendäre Guido Westerwelle verhalf der FDP zu einem Rekordergebnis und peilte noch höhere Prozentzahlen an. Davon ist nichts mehr übrig.

Alle diese Personen und Persönlichkeiten standen für etwas. Fuhren klare Kante. Hatten Überzeugungen. Polarisierten. Erzeugten Ablehnung oder Begeisterung. Aber sie alle haben – je nach Perspektive des Betrachters – im Guten oder im Bösen einen festen Platz in der deutschen Geschichte.

Der aktuellen FDP fehlt alles. Ihr fehlen die Persönlichkeiten. Ihr fehlt der Markenkern. Das Herz. Die Seele. Der Grund, warum man sie wählen sollte. Der Zyniker mag jetzt sagen: „Niemand braucht die FDP!“ Das kann stimmen. Zumindest die FDP, die uns als Wählern zuletzt präsentiert wurde.

Doch ich glaube fest daran, dass es eine FDP gibt, die unserem Land guttun würde. Eine FDP, die den Gedanken vertritt, dass Leistung sich lohnt. Sich lohnen muss. Die an die Freiheit des Einzelnen glaubt. Die Bürger als Erwachsene sieht und nicht als Kinder, die man erziehen muss. Die Bürgerrechte und Privatsphäre schützt. Die auf die Staatsfinanzen achtet und darauf, dass „Staat“ sich nur da entfaltet, wo er nötig und sinnvoll ist. Eine Partei, die sich als Lobbyist der Leistungsbereiten und Leistungswilligen versteht (... was die SPD einmal war, aber schon lange nicht mehr ist. Daher ist auch sie im Niedergang.).

Diese FDP könnte nach meiner festen Überzeugung an das Rekordergebnis der Ära Westerwelle anknüpfen. Es vielleicht sogar übertreffen. Diese FDP hätte ein Profil, das derzeit keine andere Partei anbieten könnte. Und es gäbe genügend Menschen in diesem Land, die dieses Profil, die diese Partei wählen würden. Jetzt bleibt die Frage, ob die Führungsriege der aktuellen FDP in der Lage ist, in den Trümmern ihrer Partei vielleicht Elemente dieser anderen FDP zu finden. Es wäre wünschenswert. Viel Glück!

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