An der Wall Street setzte sich die schwache Tendenz heute zunächst fort. Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank hielten sich die Marktteilnehmer zurück. Auch der nur noch verhaltene Anstieg der Ölpreise konnte keine Unterstützung liefern. Aktuell liegt der Dow Jones Industrial 0,81 Prozent im Minus bei 52.011 Punkten.
Der S&P 500 gab 0,47 Prozent auf 7.584 Zähler ab. Der Nasdaq 100 verlor 0,42 Prozent und stand bei 29.006 Punkten. Der Technologieindex war bereits zum Wochenauftakt stärker gefallen als die übrigen wichtigen Börsenbarometer. Auslöser waren damals vor allem die Diskussion über mögliche Gefahren künstlicher Intelligenz und die dadurch belasteten Halbleiterwerte. Einige dieser Aktien konnten sich am Dienstag stabilisieren.
An diesem Mittwoch steht die dritte Zinssitzung der Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh an. Die Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet angesichts der weiterhin hohen Inflation mit einer Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte. Die Zielspanne würde damit auf 3,75 bis 4,00 Prozent steigen. Offen bleibt allerdings, welche Hinweise Warsh zur weiteren Geldpolitik geben wird. Entsprechend groß ist die Spannung an den Finanzmärkten.
Ein wesentlicher Treiber der Inflation sind die gestiegenen Energiekosten. Eine nachhaltige Entspannung zeichnet sich dort angesichts der erneuten Eskalation im Nahen Osten derzeit nicht ab. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte deshalb – wie bereits am Vortag – zeitweise über fünf Prozent.
Bei den Nasdaq-100-Werten gehörten Qualcomm, Arm Holdings, AMD und Marvell Technology mit Aufschlägen zwischen 2,8 und 3,4 Prozent zu den stärksten Aktien. Nvidia gewann 0,8 Prozent. Ebenfalls gefragt waren Dell und Hewlett Packard Enterprise, die unter anderem Computer- und Speichersysteme anbieten.
Steel Dynamics profitierte von positiven Nachrichten aus der Stahlindustrie und verteuerte sich um 2,1 Prozent. Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine Mitteilung des chinesischen Stahlverbands auf WeChat, führende Produzenten des Landes hätten sich gemeinsam für strengere Vorgaben bei der Fertigung und einen Abbau der Lagerbestände ausgesprochen. Die Branche trete nach Jahren des Wachstums nun in eine Phase der "Reduzierung und Optimierung" ein. Anleger hoffen, dass dadurch auch der internationale Preisdruck durch chinesische Anbieter nachlässt und die Stahlpreise weltweit Auftrieb erhalten.
Schwächer präsentierten sich dagegen die Kryptowährungswerte. Die Zuversicht, dass ein umfassendes US-Gesetz zur Regulierung des Sektors noch in dieser Woche vorankommt, nimmt ab. Der Bitcoin verbilligte sich zuletzt um 2,8 Prozent. Coinbase verlor daraufhin 7,5 Prozent. Bei Strategy, das Bitcoin als wichtigste Kapitalreserve nutzt, sank der Aktienkurs um 5,4 Prozent.
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