Die US-Börsen haben einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder abgegeben. Nach dem kräftigen Anstieg vom Vortag nahm die Risikobereitschaft der Anleger ab. Dafür sorgten vor allem die steigenden Renditen von US-Staatsanleihen. Auch die Ölpreise stabilisierten sich, nachdem ihr vorheriger Rückgang den Märkten noch Rückenwind verliehen hatte.
Zusätzlich sorgte der große Verfallstermin an den Terminbörsen für Zurückhaltung. Der Dow Jones Industrial verlor 0,40 Prozent und schloss bei 51.571 Punkten. Nach den deutlichen Verlusten vor der Erholung vom Donnerstag zeichnet sich für den Leitindex ein Wochenminus von rund 1,9 Prozent ab. Der S&P 500 gab um 0,17 Prozent auf 7.624 Zähler nach. Der Nasdaq 100 hielt sich mit einem Minus von 0,02 Prozent bei 29.442 Punkten nahezu stabil. Dank des starken Vortags liegt der Technologieindex auf Wochensicht dennoch knapp 0,3 Prozent im Plus.
Deutlich stärker unter Druck standen die europäischen Aktienmärkte. Auch dort belastete der große Verfall an den Terminbörsen die Kurse. Der EuroStoxx 50 und der Dax verzeichneten sichtbare Einbußen. In Deutschland kommt als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor die bevorstehende Landtagswahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Ein ungünstiger Wahlausgang könnte die Bundesregierung und insbesondere die Union von Bundeskanzler Friedrich Merz weiter schwächen.
Bei den Einzelwerten waren erneut Halbleiteraktien gefragt. Sandisk, Lam Research und Seagate Technology verteuerten sich um bis zu 5,7 Prozent. Unterstützung kam von Nvidia-Chef Jensen Huang. Er erwartet, dass sich der Chipabsatz seines Unternehmens im kommenden Jahr verdoppeln wird. Die Nvidia-Aktie selbst konnte davon allerdings nicht profitieren und gab leicht nach.
Noch deutlicher legten die zuletzt bereits erholten Kryptowährungswerte zu. Strategy gewann 11 Prozent, Coinbase rückte um 10 Prozent vor. Auslöser war die Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC, eine verlängerte Ausnahmeregelung für den Handel mit tokenisierten Aktien zu genehmigen. Dabei werden klassische Wertpapiere digital auf einer Blockchain abgebildet.
Zu den größeren Verlierern gehörten dagegen Netflix. Die Aktie fiel um 4,4 Prozent, nachdem Wells-Fargo-Analyst Steven Cahall das Papier herabgestuft hatte. Er äußerte Zweifel an der Content-Strategie des Streaminganbieters und warnte, Netflix könnte bei einer stärkeren Ausrichtung auf eine umfassende Plattform im Wettbewerb mit YouTube beliebte Eigenproduktionen vernachlässigen.
Auch Stahlwerte gerieten unter Druck. Nucor verloren 5,8 Prozent, Steel Dynamics büßten 4,7 Prozent ein. Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Geschäftsausblicke beider Unternehmen für das dritte Quartal.
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