Inmitten der heißen Phase der Quartalsbilanzen haben am Mittwoch Friedenssignale im Iran-Krieg und der Boom mit Künstlicher Intelligenz die Börsen kräftig nach oben getrieben. Stark gesunkene Ölpreise von zeitweise unter 100 Dollar ließen Anleger aufatmen, sie gingen wieder ins Risiko. Der DAX stieg um 2,12 Prozent und schloss mit 24.919 Punkten.
Zwischenzeitlich schaffte es der deutsche Leitindex erstmals seit Ende Februar wieder über die Marke von 25.000 Zählern. Auch zum Rekordhoch von Mitte Januar fehlt dem DAX nun nicht mehr viel. Ein Bericht des US-Nachrichtenportals Axios, wonach die Vereinigten Staaten kurz vor einer Einigung mit dem Iran über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges stehen sollen, schob die Kurse deutlich an. Allerdings wies Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai den Bericht als überzogen zurück. Auch US-Präsident Donald Trump dämpfte zuletzt die Erwartungen laut Berichten etwas.
Treiber der Aktienmärkte, insbesondere der USA und Asiens, bleibt darüber hinaus der Boom mit Künstlicher Intelligenz. Dieser befeuert weltweit Papiere von Chipkonzernen: in Deutschland vor allem Infineon. Der Chipkonzern erhöhte nun auch die Prognose. Die Aktie konnte nach ihrer zuletzt steilen Kursrally davon aber am Mittwoch nicht mehr profitieren, der Kurs gab um gut zwei Prozent nach.
Viele Zahlen im DAX
In der in Deutschland auf Hochtouren laufenden Bilanzsaison öffneten zur Wochenmitte allein sieben Unternehmen aus dem DAX die Bücher. Continental gewann neun Prozent. Der Autozulieferer verdiente zuletzt bei weniger Umsatz mehr. Ausschlaggebend waren gute Reifen-Geschäfte und Kosteneinsparungen.
BMW-Anteile verbuchten ein Plus von 5,4 Prozent. Analysten von JPMorgan bescheinigten dem Autohersteller einen insgesamt starken Jahresauftakt. Heidelberg Materials stieg nach der Vorlage der Quartalszahlen um 2,5 Prozent.
Fallende Ölpreise treiben Luftfahrt-Aktien an
Die Entspannungssignale in Nahost gaben dem Reise- und Luftfahrtsektor starken Auftrieb. Im MDAX legten Tui, Fraport und Lufthansa um bis zu 6,3 Prozent zu. Lufthansa will den Gewinn trotz des Kerosin-Schocks steigern. Im DAX waren die Papiere des Triebwerkherstellers MTU der stärkste Wert mit einem Plus von gut zehn Prozent. Airbus stieg um sechs Prozent.
Erholung bei Teamviewer
Teamviewer erklomm mit plus 5,7 Prozent den höchsten Stand seit fast drei Monaten. Analyst Harald Hof von MWB Research lobte die Profitabilität des auf Fernwartung spezialisierten Software-Entwicklers im ersten Quartal.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Airbus.
06.05.2026, 18:02