BMW hat im ersten Quartal den Rückgang der Profitabilität in seiner Autosparte kleiner gehalten als befürchtet. Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Autogeschäft ging im Jahresvergleich um 1,9 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent zurück, wie der im Dax notierte Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Besser als von Experten befürchtet. Ergebnis: Die Aktie liegt mit 5,4 Prozent im Plus.
Insgesamt sorgte allerdings eine erhöhte Risikovorsorge für Entschädigungen von Autofinanzierungskunden in Großbritannien für ein überraschend schwaches operatives Ergebnis. Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um gut 36 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Analysten hatten sich im Schnitt mehr erwartet. Der Umsatz ging um gut 8 Prozent auf 31 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich sackte der Überschuss um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro ab.
„Wir sind richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein“, kommentierte Oliver Zipse, CEO von BMW.
Große Hoffnungen setzt BMW im weiteren Verlauf des Jahres nach wie vor auf die Modellgeneration "Neue Klasse", die der Grundstein für die neuen Batterieelektroautos der Münchener ist. Der SUV iX3 wurde bereits ausgerollt, die Limousine i3 wird noch in diesem Jahr folgen. Im August startet BMW in seinem Stammwerk in München mit der Serienproduktion der vollelektrischen Limousine, dem zweiten Modell auf Basis der Plattform "Neue Klasse". In China soll mit der „Neuen Klasse“ der Absatzrückgang gestoppt werden. „Unserer Einschätzung nach wird der Fahrzeugpreis die Nagelprobe für BMW in China sein“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber DER AKTIONÄR.
Analyst Michael Punzet von der DZ Bank sieht BMW unter den deutschen Autobauern mit Blick auf die Antriebstrangformation sowie die US-Zollpolitik weiterhin am besten aufgestellt. Positiv kamen die Q1-Zahlen bei Bernstein Research an. Analyst Stephen Reitman attestierte dem Autobauer einen "sehr sauberen" Quartalsbericht.
Die operative Marge (Ebit) im Autogeschäft und der Cashflow hätten
jeweils die Erwartungen übertroffen. Sein Kursziel lautet 108 Euro. Nicht ganz so euphorisch äußerte sich Patrick Hummel von der UBS. Der Autobauer habe ordentlich abgeschnitten und mit dem operativen Ergebnis (Ebit) im Kerngeschäft leicht positiv überrascht, schrieb Hummel. Sein Kursziel für die Aktie lautet 88 Euro. 90 Euro hält Analyst Philippe Houchois von Jefferies für machbar. Der Ausblick lasse darauf schließen, dass der Autobauer gut für zukünftige Schwankungen am Markt aufgestellt sei, so Houchois.
Grundsätzlich gilt: BMW ist mit einem Portfolio an Verbrennern, Hybriden und reinen E-Autos gut positioniert. Viele Experten sehen BMW mit den neuen Modellen auf Augenhöhe mit der starken Konkurrenz aus China. Sind im wichtigsten Absatzmarkt Anzeichen für eine Erholung sichtbar, wird die Aktie den Aufwärtstrend bestätigen. Wer investiert ist, bleibt dabei.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 15:31