05.09.2019 Nikolas Kessler

Commerzbank-Vorstand geht – vom Regen in die Traufe?

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Commerzbank
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Im Top-Management der Commerzbank bahnt sich ein weiterer Wechsel an: Finanzvorstand Stephan Engels will seinen Vertrag auslaufen lassen und anschließend in Kopenhagen bei der skandalumwitterten Danske Bank anheuern.

Wie die Commerzbank am Donnerstag überraschend mitteilte, will der langjährige Finanzchef seinen bis April 2020 laufenden Vertrag zwar noch erfüllen, die Großbank dann aber verlassen. Anschließend werde er quasi nahtlos in gleicher Funktion ins Management der Danske Bank wechseln.

Wegen der mutmaßlichen Verstrickung in einen milliardenschweren Geldwäscheskandal werden bei den Dänen aktuell zahlreiche Posten im Top-Management neu besetzt. Auf diesem Weg will CEO Chris Vogelzang, der selbst erst seit Anfang Juni im Amt ist, das beschädigte Image der Bank aufpolieren und verlorenes Vertrauen wiederherstellen. Das ist auch dringen nötig, denn im ersten Halbjahr 2019 hat die Skandalbank rund 13.600 Privatkunden verloren.

Zwei Vorstände gehen

Für die Commerzbank kommt der Abgang von Engels derweil zur Unzeit. Als Reaktion auf das anhaltend schwierige Branchenumfeld und operative Probleme arbeitet das Management derzeit an einem Strategie-Update, das womöglich auch Stellenstreichungen und Filialschließungen beinhalten soll.

Zuvor hatte mit Firmenkundenchef Michael Reuther bereits ein weiteres Mitglied des Commerzbank-Vorstands seinen Abschied zum Jahresende angekündigt. Anders als für Engels steht für Reuther jedoch bereits ein Nachfolger bereit: Seinen Posten wird Roland Boekhout, der ehemalige Chef der Direktbank ING Diba, übernehmen.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Für die Aktie hat die Personalie am Donnerstagvormittag zunächst keine negativen Auswirkungen, im Gegenteil: Die Erholung vom jüngsten Allzeittief setzt sich zunächst mit Gewinnen von rund 1,5 Prozent fort. DER AKTIONÄR bleibt aber bei seiner zurückhaltenden Einschätzung für die Commerzbank-Aktie.

Mit Material von dpa-AFX.