Gute Nachrichten von Boeing: Der US-Flugzeugbauer hat nach seiner verschärften Krise von 2024 im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr Jets ausgeliefert. Insgesamt fanden 600 neue Passagier- und Frachtflugzeuge den Weg zu ihren Käufern, wie Boeing am Dienstag in Seattle mitteilte. Die Aktie reagiert positiv und generiert ein starkes Kaufsignal.
Im Vorjahr waren die Auslieferungen bei Boeing auf 348 Maschinen eingebrochen, nachdem die US-Luftfahrtbehörde FAA den Konzern wegen eines Beinahe-Unglücks und etlicher Produktionsmängel unter strenge Aufsicht gestellt hatte. Auch 2025 lag Boeing noch weit hinter dem weltgrößten Flugzeugbauer Airbus, der trotz eines Rückschlags kurz vor Jahresende insgesamt 793 Passagierjets auslieferte. Bei den Bestellungen lag Boeing im vergangenen Jahr mit brutto 1.175 Maschinen hingegen vor seinem Konkurrenten aus Europa, der brutto auf genau 1.000 neu bestellte Maschinen kam. Auch nach Abzug von Stornierungen ließ Boeing seinen Rivalen beim Auftragseingang hinter sich.
Allerdings steckt der US-Konzern seit den tödlichen Abstürzen zweier Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 in einer schweren Krise. Nach mehr als anderthalb Jahren Flugverbot für die Modellreihe dürfen die Maschinen dank technischer Verbesserungen zwar schon seit Herbst 2020 wieder starten, doch bei Boeing tauchten immer neue Qualitäts- und Produktionsmängel auf – auch bei anderen Modellen.
Nachdem eine 737 Max Anfang 2024 im Flug ein türgroßes Rumpfteil verlor, griffen die Behörden schließlich durch. Boeing durfte die Produktion der Reihe seitdem vorerst nicht mehr ausweiten. Inzwischen wurden die Beschränkungen etwas gelockert. Insgesamt lieferte Boeing im vergangenen Jahr 440 Exemplare der 737 Max aus.
Verluste erwartet
Die Finanzzahlen des vergangenen Jahres will Boeing erst am 27. Januar veröffentlichen. Nachdem der Konzern in den ersten neun Monaten bereits einen Fehlbetrag von fast sechs Milliarden Dollar verbucht hatte, zeichnet sich für 2025 allerdings schon das siebte Verlustjahr in Folge ab.
Das liegt vor allem an einer weiteren Verzögerung beim modernisierten Großraumjet 777X. Boeing hatte die Auslieferung des ersten Exemplars im Oktober auf das Jahr 2027 verschoben und dafür eine Belastung von fast fünf Milliarden Dollar verbucht. Der Jet liegt damit nun sieben Jahre hinter den ursprünglichen Plänen zurück.
Boeing kämpft weiter mit Verlusten, doch die Auftragslage stimmt positiv. Die Aktie ist dank der Kursgewinne am Dienstag auf den höchsten Stand seit Anfang 2024 geklettert. Wer kurzfristig nach dem Top-Kaufsignal auf weiter steigende Kurse setzen will, greift zum Call mit der WKM MG7LN7 mit Basis 250 Dollar und Laufzeit bis Juni (akt. Kurs: 1,80 Euro; Stopp bei 1,25 Euro). Langfristig orientierte Anleger ziehen derweil weiter den Rivalen Airbus vor, da hier die Risiken geringer sind.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Boeing.
Heute, 18:54