Während der DAX-Konzern Bayer einen milliardenschweren Vergleich anstrebt, um die Glyphosat-Rechtsrisiken in den USA weiter einzudämmen, spricht sich US-Präsident Donald Trump für eine Produktionsförderung des umstrittenen Unkrautvernichters aus. Der Republikaner hat am Mittwoch eine entsprechende Durchführungsverordnung verabschiedet.
Das berichtete der Nachrichtensender CNBC. Die Verordnung berufe sich auf das Verteidigungsproduktionsgesetz, um die heimische Produktion von Phosphor und dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu fördern, das seiner Meinung nach sowohl für die Verteidigung als auch für die Ernährungssicherheit von entscheidender Bedeutung sei.
„Ich bin der Ansicht, dass die Sicherstellung eines robusten heimischen Abbaus von elementarem Phosphor und der Produktion von Herbiziden auf Glyphosatbasis in den Vereinigten Staaten von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche und nationale Sicherheit Amerikas ist“, zitiert CNBC US-Präsident Trump aus der Verordnung. Ohne sofortige Maßnahmen auf Bundesebene würden die Vereinigten Staaten unzureichend ausgestattet und verwundbar bleiben.
Doch es gibt auch Kritik. Laut CNBC werde Glyphosat von Anhängern der Bewegung Make America Healthy Again“ (MAHA) oft als schädliche Chemikalie angeprangert. Trump hingegen schloss sich dieser Bewegung an, nachdem Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. seine Kandidatur für die Wahl 2024 zurückgezogen hatte.
Unabhängig von dem Glyphosat-Push Trumps ist Bayer bemüht, die Rechtsstreitigkeiten rund um den Unkrautvernichter endlich nachhaltig in den Griff zu bekommen. Ein milliardenschwerer Vergleich soll neben der Prüfung des Falls Durnell, der nun beim Obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court) liegt, die Causa Glyphosat endgültig unter Kontrolle zu haben. Noch müssen bei beiden Strategien die Gerichte zustimmen beziehungsweise sich positionieren.
Der geplante Vergleich kostet Bayer erneut jede Menge Geld. Anleger straften die Aktie nach kritischen Analystenkommentaren (unter anderem eine doppelte Abstufung der DZ Bank) ab und nahmen Gewinne nach der Rally der vergangenen Monate vom Tisch. So auch DER AKTIONÄR: Vor dem Kursrutsch, also noch am Mittwochmorgen, wurde der Verkauf des Discount-Calls mit der WKN UG8QQ9 empfohlen und damit die Realisierung von einem Kursgewinn von gut 160 Prozent. Nun sollten Anleger die weiteren Entwicklungen von der Seitenlinie aus beobachten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 07:29