Kräftig nach oben geht es heute bei der Aktie von Bayer. Mit einem Kurssprung von gut sieben Prozent ist sie der mit Abstand stärkste Wert des Tages im deutschen Leitindex DAX. Bayer zieht im Dauerstreit um den Unkrautvernichter Roundup einen dicken Schlussstrich – zumindest teilweise.
Der DAX-Konzern hat in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich vereinbart, um laufende und künftige Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken beizulegen. Das Volumen: bis zu 7,25 Milliarden Dollar, zahlbar über maximal 21 Jahre. Voraussetzung ist die Zustimmung eines Gerichts im Bundesstaat Missouri.
Durch die Einigung steigen die gesamten Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsrisiken deutlich an – von bislang 7,8 auf voraussichtlich 11,8 Milliarden Euro. Parallel dazu hat die Tochter Monsanto zusätzliche, vertrauliche Vergleiche in weiteren Glyphosat-Verfahren geschlossen. Laut Bloomberg summieren sich die entsprechenden Vereinbarungen insgesamt auf rund 10,5 Milliarden Dollar. Auch in einem separaten PCB-Komplex im Bundesstaat Washington wurden acht noch offene Urteile außergerichtlich geregelt – Details bleiben unter Verschluss.
Auslöser der jüngsten Bewegung war die Entscheidung des Obersten US-Gerichts, den Fall „Durnell“ zur Prüfung anzunehmen. Im Kern geht es um die Frage, ob Bundesrecht Vorrang bei Klagen wegen fehlender Warnhinweise hat. Bayer sieht darin eine Chance: Das Verfahren vor dem Supreme Court bleibt vom Vergleich unberührt und soll helfen, noch anhängige Schadenersatzurteile anzufechten, die nicht Teil der Einigung sind.
Die Hoffnung auf ein mögliches Vergleichsangebot hatte zuletzt bereits zur Rally der Bayer-Aktien beigetragen, die 2026 jetzt mit 30 Prozent fast zum größten DAX-Gewinner Siemens Energy aufgeschlossen haben. Seit Anfang Dezember beträgt das Plus sogar fast 60 Prozent. DER AKTIONÄR hatte Ende November bei 1,03 Euro den Discount-Call mit der WKN UG8QQ9 auf Bayer zum Kauf empfohlen. Mittlerweile notiert das Papier mehr als 160 Prozent im Plus. Anleger lassen die Gewinne laufen, ziehen den Stopp aber sukzessive nach.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 18:21