Monsanto, zu Bayer gehörend, hat einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zu Roundup geschlossen. Die News hievten die Aktie der Leverkusener am Dienstag auf ein neues Mehrjahreshoch. Die Analysten von Jefferies dämpfen hingegen etwas die Euphorie und verweisen auf verbleibende Risiken.
Analyst Chris Counihan stuft die Bayer-Aktie nur mit "Hold" und einem Kursziel von 25 Euro ein. Der Konzern rechne 2026 wegen der anfallenden Zahlungen nun mit einem negativen Free Cashflow, schrieb Chris Counihan am Dienstag nach der Meldung zum Vergleich. Der Experte verwies auf noch verbleibende Risiken. Diese bestünden unter anderem in einer gerichtlichen Genehmigung des Vergleichs und der anstehenden Prüfung des Durnell-Falls vor dem Obersten Gerichtshof der USA.
Auch Richard Vosser, Analyst bei JPMorgan, tritt auf die Euphoriebremse. Der Glyphosat-Milliardenvergleich in den USA sei ein wichtiger weiterer großer Schritt, um die Rechtsstreitigkeiten wegen des Unkrautvernichters endlich beizulegen.
Es gebe jedoch noch einiges zu bedenken, so die Zustimmung der Gerichte und möglicherweise zahlreiche Ausnahmeregelungen. Gerade für letztere hält Vosser die ohnehin ausstehende Entscheidung des obersten US-Gerichts für besonders relevant. Hier winke für Bayer eine positive Präzedenzentscheidung hinsichtlich der Fälle, in denen sich Kläger auf unzureichende Warnungen vor den Krebsrisiken durch Glyphosat beriefen - immerhin etwa 80 Prozent aller Verfahren, so Vosser.
Die starke Kursreaktion der Bayer-Aktien habe die Vergleichslösung etwa eingepreist. Angesichts weiterhin bestehender Unsicherheiten rechnet Vosser am Mittwoch nicht mit einer nochmaligen Outperformance.
In den zurückliegenden Monaten hat der Markt bereits eine langersehnte Lösung in der Causa Glyphosat sukzessive eingepreist. DER AKTIONÄR hatte Ende November bei 1,03 Euro den Discount-Call mit der WKN UG8QQ9 auf Bayer zum Kauf empfohlen, um die Aufwärtsbewegung aktiv zu begleiten. Inzwischen notiert das Derivat mehr als 160 Prozent im Plus. Angesichts des begrenzten Potenzials des Scheins (nur noch knapp zehn Prozent) sollten Anleger nun den Schein komplett verkaufen.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 08:20