Sieben neue Highflyer: Nach Apple, Tesla & Co
29.01.2020 Nicola Hahn

Apple nach den Zahlen: Das sagen die Analysten

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Apple

Der Kultkonzern aus Kalifornien hat gestern Abend nach Handelsschluss Zahlen vorgelegt und alle Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Apple-Aktie kletterte nachbörslich zwischenzeitlich sogar auf ein neues Allzeithoch.

Apples Quartalszahlen haben überzeugt. Ein großes Ausrufezeichen setzte der Konzern bei den iPhone-Verkäufen. Diese stiegen im letzten Weihnachtsquartal um rund acht Prozent auf 56 Milliarden Dollar. Hier lag der Konsensus unter den Analysten bei lediglich 51,6 Milliarden (DER AKTIONÄR berichtete).

„Die Leute lieben einfach die lange Akkulaufzeit. Sie lieben die Kamera und das Design. Zudem haben wir den richtigen Preis gewählt“, so CEO Tim Cook gegenüber dem Nachrichtensender CNBC. Darüber hinaus betonte der 59-Jährige die besondere Rolle des Apple-Ökosystems. „Mit jedem Apple-Produkt, dass die Kunden kaufen, sind sie fester in unserem Ökosystem verankert. Jedes verkaufte Produkt dient als Wachstumstreiber für ein anderes.“

Während das Geschäft mit den Mac-Computern leicht zurückging, schossen die Erlöse mit den Wearables um fast 37 Prozent auf gut zehn Milliarden Dollar hoch. Damit gehört die Sparte zu den am schnellsten wachsenden Bereichen des Konzerns und trägt bereits rund zehn Prozent zu Apples gesamten Umsatz bei. Bei den Services wie Apple Music oder dem iCloud-Speicher konnte der Konzern rund 12,7 Milliarden Dollar erlösen.

Euphorisch zeigten sich nach dem starken Quartal auch die meisten Analysten. Die US-Investmentbank JPMorgan hob ihr Kursziel von 300 auf 350 Dollar an und beließ ihre Einstufung auf „Overweight“. Die hohe iPhone-Nachfrage mache Mut für die kommenden 5G-Geräte. Auch die Analysten der Schweizer Grobank UBS empfohlen die Aktie zum Kauf mit einem Kursziel von 355 Dollar. Jedoch merkte man an, dass das Coronavirus ein gewisses Risiko für das erste Kalenderjahr berge.

Allerdings gab es auch skeptische Stimmen. Der bekannte Hedgefonds-Manager Dan Niles bekundete kurz nach Bekanntgabe der Apple-Zahlen gegenüber CNBC, dass er froh sei aus der Aktie raus zu sein. „Anleger versuchen sich laufend einzureden, dass es sich bei Apple mehr und mehr um ein Service-Unternehmen handelt. Allerdings haben sie ihr Ziel bei den Services um rund 300 Millionen Dollar verfehlt."

Großes Fragezeichen war zuletzt das in China ausgebrochene Coronavirus. Cook teilte in einer Telefonkonferenz mit, dass sich einige Zulieferbetriebe in der betroffenen Region rund um Wuhan befänden. Allerdings habe man bereits Alternativen parat. Apple geht nun für das laufende zweite Quartal von 63 bis 67 Milliarden Dollar Umsatz aus. Diese breite Prognosespanne sei hauptsächlich auf die große Unsicherheit zurückzuführen, teilte CFO Luca Maestri mit.

Apple hat mit den Zahlen die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich übertroffen. Obwohl die Aktie im regulären Handel schon kräftig zugelegt hatte, konnte sie im nachbörslichen Handel nochmal eine Schippe drauflegen und ein neues Allzeithoch erklimmen. Die Zukunftsaussichten stimmen. Für Langfrist-Anleger also kein Grund jetzt auszusteigen. Wer eher kurzfristig orientiert ist, kann jetzt aber durchaus mal Teilgewinne realisieren. 

Apple (WKN: 865985)

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nach-folgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Apple.

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