Amazon Web Services (AWS) erweitert sein Angebot an Bürosoftware. Am Montagabend stellte der Cloud-Dienst eine neue Software für Video- und Sprachkonferenzen vor: Chime. Das Programm soll übersichtlicher aufgebaut sein und umfangreichere Funktionen beinhalten, als die Konkurrenzprodukte von Cisco, Microsoft und LogMeIn.
Gene Farrell, Geschäftsführer für Bürosoftware, sagte: „Es ist schwer heutzutage jemanden zu finden, dem die aktuelle Software für Video- und Sprachkonferenzen gefällt. Die meisten Programme sind kompliziert, haben schlechte Ton- und Videoqualität, ständig muss man zwischen den einzelnen Tools wechseln und sie sind viel zu teuer“ Mit Chime will AWS den Job besser erledigen – und muss dies auch, um neben den etablierten Webex (Cisco) und GoToMeeting (LogMeIn) erfolgreich zu sein.
Chime ist das letzte Produkt in einer Reihe neuer Bürosoftware. Mit WorkDocs, WorkSpaces und WorkMail bietet AWS bereits ein umfangreiches Angebot an Cloud-Software an. Unklar ist, wie sich die einzelnen Produkte am Markt schlagen – Amazon sagt hierzu nur, dass der Verkauf der Produkte an Fahrt gewinnt.
Klar ist: Das AWS-Angebot erweitert sich stetig und wird für Firmenkunden immer attraktiver. Dies spiegelt sich im rapiden Umsatzwachstum des vergangenen Quartals wieder: Der Erlös steigerte sich im Vergleich zum vierten Quartal 2015 um 47 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Zudem lieferte AWS mit 926 Millionen Dollar satte 74 Prozent des operativen Gesamtergebnisses Amazons von 1,2 Milliarden Dollar.
Cloud ist neben Video und Smart-Home einer der aussichtsreichsten Wachstumstreiber Amazons. Langfristig könnten hier aus der Position des Marktführers heraus hohe Renditen erzielt werden – kurzfristig gibt die Cloud-Sparte der GUV-Rechnung des gesamten Konzerns den benötigten Schub. Für die Zukunft bleibt Amazon ein Top-Pick des AKTIONÄR.

Wie Hochfrequent-Trader die Börse in ein Kasino verwandelt haben
Am 6. Mai 2010 hielt die Finanzwelt den Atem an: Binnen sechs Minuten verlor der S&P 500 sechs Prozent an Wert. Der Dow Jones Industrial Average büßte sogar über neun Prozent ein. Es wurde vermutet, dass ein Börsenhändler sich um mehrere Zehnerpotenzen vertippt und damit eine Verkaufslawine ausgelöst hatte. Dieser „Flash Crash“ warf ein Schlaglicht auf das neue Marktumfeld, welches durch die zunehmende Computerisierung des Börsenhandels geprägt ist. Stichwort: Hochfrequenz-Trading. Jim McTague beschreibt in seinem Buch, wie technikbesessene Trader sowie überforderte und ahnungslose Regulierungsbehörden aus dem Aktienmarkt ein Spielkasino gemacht haben. Ein gravierendes Problem daran ist: Der Aktienmarkt kann seine klassische Funktion, aufstrebende, innovative Unternehmen mit dem Kapital interessierter Anleger zu versorgen, nicht mehr in der bisherigen Form wahrnehmen. Wer die veränderte Börsenlandschaft verstehen und wissen will, wie er in Zukunft sein Geld anlegen kann, sollte dieses Buch lesen.