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04.07.2019 Andreas Deutsch

Amazon: 80.000 Prozent plus – Kadaver auf dem Weg zur Billion

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Amazon

Am 5. Juli 1994 gründeten Jeff und MacKenzie Bezos einen Online-Buchhandel, der sich zu einem der größten und bedeutendsten Unternehmen aller Zeiten entwickelt hat. Seit dem Börsengang 1997 hat die Aktie von Amazon im Durchschnitt 35 Prozent plus im Jahr gemacht. Trotzdem hat sie immer noch viel Potenzial.

Mit 30 Jahren hat Jeff Bezos bereits eine steile Karriere an der Wall Street gemacht, aber das reicht ihm nicht. Als Vizepräsident der Investmentbank D.E. Shaw & Co steht ihm zwar die Finanzwelt offen, doch Bezos ist fasziniert vom Internet und er hat eine große Vision.

Gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau MacKenzie trifft er eine gewagte Entscheidung und tauscht sein Büro in einem New Yorker Wolkenkratzer gegen eine Garage in Seattle. Hier beginnt die Geschichte von Amazon, dem größten Online-Händler der Welt.

„Unsere Vision ist es, das kundenorientierteste Unternehmen der Welt zu sein, wo Menschen alles finden können, was sie im Internet kaufen wollen", lautet Bezos' Leitbild für Amazon. Die Anfänge sind nicht leicht. Die Firma heißt zunächst Cadabra, was Jeff und MacKenzie bald ändern, denn es klingt zu sehr nach Kadaver.

Nach rund einem Jahr Anlaufzeit wird am 16. Juli 1995 das erste Buch an einen externen Kunden verkauft, ein mehr als 500 Seiten dicker Wälzer über das Denken. Heute ist ein Exemplar davon am Eingang des Amazon-Hauptgebäudes in Seattle ausgestellt.

Die Geschäfte kommen ins Rollen. 1997 geht Amazon an die Börse, die Aktie steigt und steigt. Das Unternehmen verkörpert alles, was sich die New-Economy-Fans von einer zukunftsorientierten Firma wünschen: volle Konzentration auf das Internet, enormes Wachstumspotenzial und ein Chef, der Visionen und offensichtlich den Willen hat, Amazon ganz groß zu machen.

Jetzt, 25 Jahre nach der Gründung und 22 Jahren nach dem IPO, kann jeder sehen: Jeff Bezos hat noch lange nicht genug. Im Streaming-Geschäft versucht Amazon mit seinem Prime-Dienst Marktführer Netflix Konkurrenz zu machen; mit dem Aufbau einer eigenen Lieferlogistik setzt der Konzern Paketzusteller wie UPS, Fedex oder DHL unter Druck.

Amazon (WKN: 906866)

Niemand weiß so recht, welche Branchen Bezos als nächstes aufmischen wird. Anfang Juni erst führte Amazon eine Lieferdrohne vor, die bereits in einigen Monaten die ersten Pakete zustellen soll. Das vollautomatische und vollelektrische "Prime Air"-Fluggerät soll zunächst testweise kleinere Haushaltswaren wie etwa Zahnpasta oder Rasierer bringen.

Seit dem IPO hat die Aktie 80.000 Prozent zugelegt. Damit sollte das Ende der Fahnenstange aber nicht erreicht sein. Mit jeder Branche, die Amazon aufmischt, wächst die Kursfantasie. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Konzern in Sachen Börsenwert wieder die 1.000-Milliarden-Marke überwindet (derzeit: 960 Milliarden). DER AKTIONÄR bleibt klar bullish.

(Mit Material von dpa-AFX)


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