Die Aktie von Alibaba hat ihre Talfahrt am Donnerstag im heimischen Handel fortgesetzt. Fast vier Prozent ging es für sie nach unten, das Wochenminus beläuft sich damit nun bereits auf mehr als zwölf Prozent. Geht es nach der US-Investmentbank JPMorgan, könnte der Druck auf die Papiere zunächst weiter anhalten.
Der Abgang eines früheren technischen Leiters, Junyang Lin, aus Alibabas Qwen-Forschungsteam sorgt laut JPMorgan kurzfristig für ein erhöhtes Umsetzungsrisiko. Die Analysten um Alex Yao schreiben, der Verlust eines so wichtigen Talents habe in der Branche erhebliche Zweifel an der weiteren Entwicklung und Stabilität des KI-Projekts ausgelöst. Kurzfristig könnte der Weggang daher den Entwicklungsrhythmus des Systems stören.
Gleichzeitig sieht JPMorgan darin keinen unmittelbaren Bruch der Investmentthese. Qwen entwickle sich zunehmend zu einem komplexen Systemprojekt und sei nicht mehr von einzelnen Schlüsselpersonen abhängig. Der Abgang von Junyang war zudem in der jüngeren Vergangenheit nicht der einzige. Auch der frühere Post-Training-Leiter Bowen Yu sowie der Verantwortliche für das Code-Modell, Binyuan Hui haben das Unternehmen zuletzt verlassen. Trotz dieser personellen Veränderungen bleibt JPMorgan mittelfristig positiv für die Aktie gestimmt und bestätigte das Anlagevotum „Overweight“ mit einem Kursziel von 215 Dollar. Das impliziert ausgehend vom aktuellen Kursniveau ein Aufwärtspotenzial von mehr als 60 Prozent.
Nicht nur der Abgang einer wichtigen Personalie, sondern auch die Charttechnik deuten darauf hin, dass die Alibaba-Aktie kurzfristig unter Druck bleiben könnte. Anleger beachten deshalb den Stopp bei 110 Euro. Mittel- und langfristig betrachtet bleiben die Aussichten für Alibaba und andere China-Aktien jedoch hervorragend. Welche Titel man auf dem Schirm haben sollte, sobald sich der Nebel gelichtet hat, erfahren Sie im China Stock Report.
Heute, 08:39