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Ferrari: Weniger Autos, mehr Millionen

Ferrari: Weniger Autos, mehr Millionen
Foto: Ferrari
Ferrari N.V. -%
Philipp Schleu Heute, 14:34 Philipp Schleu

Der Sportwagenbauer Ferrari beweist erneut seine Sonderstellung im Automobilmarkt. Trotz sinkender Auslieferungszahlen steigerten die Italiener ihren Gewinn im ersten Quartal und übertrafen damit die Erwartungen der Analysten. Das Rezept aus Maranello: Höhere Preise und exklusive Sonderausstattungen glichen den Rückgang beim Absatz mehr als aus.

Ferrari steigerte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um vier Prozent auf 722 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 710 Millionen Euro gerechnet. Auch der Umsatz kletterte um drei Prozent auf 1,85 Milliarden Euro und lag damit über der Prognose von 1,82 Milliarden Euro.

Dabei verkaufte Ferrari im Q1 insgesamt 3.436 Fahrzeuge – ein Minus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Grund: Geplante Modellwechsel und logistische Unterbrechungen durch die Konflikte im Nahen Osten bremsten das Volumen. Doch Ferrari nutzte seine Preismacht. Teure Neuerscheinungen und die starke Nachfrage nach Personalisierungen, den sogenannten „Add-ons“, trieben die Profitabilität nach oben.

Geopolitischer Gegenwind in Europa

Während das Geschäft in China und Taiwan um 7,6 Prozent zulegte, kämpfte Ferrari in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) mit einem Rückgang der Auslieferungen um 14 Prozent. Auch in den USA gab es nur ein leichtes Plus. Dennoch zeigt sich das Management zuversichtlich. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt und reichen bis weit in das nächste Jahr hinein. Diese Planungssicherheit ist in der Branche selten.

Die Aktie reagierte in Mailand dennoch mit einem leichten Minus von 1,1 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund neun Prozent an Wert verloren. Der Markt sorgt sich vor allem um externe Faktoren. Neue US-Zolldrohungen belasten die Stimmung: Donald Trump kündigte an, die Einfuhrzölle auf europäische Fahrzeuge von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Das trifft Ferrari besonders, da die USA ein Kernmarkt sind.

Ferrari (WKN: A2ACKK)

Spannung vor der Elektro-Premiere

Neben den Handelskonflikten richtet sich der Blick der Investoren auf das Ende des Monats. Dann will Ferrari mit dem „Luce“ seinen ersten voll-elektrischen Supersportwagen enthüllen. Es ist die Reifeprüfung für die Marke. Ferrari muss beweisen, dass die Emotion und der Mythos der Verbrennungsmotoren auch mit Batterietechnologie funktionieren, ohne das exklusive Erbe zu verwässern.

Während Massenhersteller mit Überkapazitäten kämpfen, diktiert Maranello die Preise und hält die Margen trotz sinkender Absätze stabil. Die Aktie spiegelt diese operative Stärke aktuell allerdings nicht wider. Ein Einstieg drängt sich derzeit daher noch nicht auf.

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