PayPal hat die mit Spannung erwarteten Zahlen für das erste Quartal vorgelegt und den Markt damit zunächst positiv überrascht. Der Bezahldienstleister erzielte einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,34 Dollar und übertraf damit die Erwartungen um 0,07 Dollar.
Auch beim Umsatz fiel das Unternehmen besser aus als gedacht: Mit 8,4 Milliarden Dollar lag PayPal um 340 Millionen Dollar über dem Konsens. An der Börse kam das gut an. Die Aktie legte in einer ersten Reaktion um über drei Prozent zu.
Auch der Blick auf die operativen Kennziffern fällt ordentlich aus. Das gesamte Bezahlvolumen legte um elf Prozent auf 464,0 Milliarden Dollar zu, die Zahl der Transaktionen stieg um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden. Die aktiven Accounts kletterten im Jahresvergleich um ein Prozent auf 439 Millionen. Zudem erhöhte sich die Transaktionsmarge um drei Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Das zeigt: Operativ läuft es bei PayPal zumindest stabiler als zuletzt befürchtet.
Ganz frei von Fragezeichen ist der Bericht aber nicht. Denn der Ausblick für das zweite Quartal fällt eher verhalten aus. Hier rechnet das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie mit 1,34 Dollar. Das liegt rund neun Prozent unter dem Analystenkonsens. Auch für das Gesamtjahr bleibt PayPal vorsichtig. Hier reicht die ausgegebene Zielspanne von einem leichten Rückgang bis zu einem leicht positiven Wert. Ein echter Befreiungsschlag sieht anders aus.
Umso spannender wird nun, was das Management im weiteren Verlauf zur Neuausrichtung des Konzerns sagt. Genau hier dürfte der Markt besonders aufmerksam hinhören. Denn nach den zuletzt diskutierten Umbauplänen und strategischen Anpassungen geht es nicht nur um ein ordentliches Quartal, sondern vor allem um die Frage, wie PayPal künftig wieder nachhaltiges Wachstum und neues Vertrauen schaffen will.
PayPal hat die niedrige Messlatte diesmal klar übersprungen. Das sorgt zu Recht für Erleichterung bei der Aktie. Die AKTIONÄR-Einschätzung wurde damit bestätigt: Ein neuer Schock-Moment blieb aus. Anleger legen sich die Aktie nach der ersten positiven Reaktion nun wieder auf die Watchlist. Für einen echten Stimmungsumschwung braucht es aber mehr als solide Zahlen. Entscheidend wird sein, ob das Management nun auch mit Blick auf die Neuausrichtung liefert. Für einen Wiedereinstieg reicht es daher noch nicht.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 13:24