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FRANKFURT (dpa-AFX) - Rheinmetall
Die Anleger sahen das offenbar ähnlich: Nach einem positiven Handelsstart stiegen die Aktien gegen Mittag um 3,6 Prozent auf knapp 1.439 Euro. Damit setzten sie ihre jüngste Erholung fort und eroberten die Dax
Rheinmetall blieb zum Jahresauftakt teilweise hinter den Erwartungen zurück. Das Unternehmen bestätigte aber die Ziele für 2026 und stellte eine deutliche Beschleunigung des Wachstums im zweiten Quartal in Aussicht. Analyst Afonso Osorio von der britischen Bank Barclays geht ebenfalls davon aus, dass sich der schwache Jahresstart im laufenden Quartal umkehren wird. Er verwies zudem auf die hohen Vergleichwerte aus dem Vorjahr.
Nach einem starken Start und einem schwachen zweiten Quartal 2025 dürfte es in diesem Jahr genau andersherum laufen, glaubt auch David Perry von der US-Bank JPMorgan. Die Anleger seien inzwischen zwar weitaus kritischer als zwischen 2022 und 2025, was die Umsetzung der Ambitionen anbelange. Doch die Erklärungen für den schwachen Jahresstart erschienen nachvollziehbar. Zudem seien die Aktien trotz überraschend deutlich angehobener deutscher Verteidigungsausgaben für 2027 seit Jahresbeginn schwach gelaufen, weshalb er Kursrückgänge als Einstiegschancen sieht.
Vor anderthalb Wochen hatten die Rheinmetall-Papiere mit knapp 1.310 Euro den tiefsten Stand seit rund einem Jahr markiert. Für 2026 steht beim Überflieger der vergangenen Jahre ein Kursrückgang um 7,8 Prozent zu Buche. Zwischen 2022 und 2025 hatten Rheinmetall und die gesamte Rüstungsbranche deutlich von den Kriegen in der Ukraine und im Iran profitiert.
Bernstein-Experte Adrien Rabier ist derweil optimistisch für die weitere Kursentwicklung. Der Weg zum 2026 angestrebten Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent im Rüstungsgeschäft dürfte zwar holprig bleiben. Doch er sieht Rheinmetall weiter als seinen bevorzugten europäischen Branchentitel sowie als Platzhirsch im wichtigsten Markt Deutschland.
Etwas zurückhaltender äußerte sich Yan Derocles von Oddo BHF. Das erste Quartal sei zwar üblicherweise das saisonal schwächste des Unternehmens. Der verhaltene Jahresstart erhöhe aber die Risiken für die Jahresziele, wenngleich Rheinmetall im zweiten Quartal eine deutliche Geschäftsbeschleunigung erwarte. Werde dies Realität, sollte die Aktie in den kommenden Monaten steigen. Aus Bewertungsgründen bevorzugt Derocles aber die Papiere der Branchenkollegen Renk und Thales
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Quelle: dpa-AFX