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Alibaba bläst zum Angriff: Krasse KI-Wette

Alibaba bläst zum Angriff: Krasse KI-Wette
Foto: rarrarorro/Shutterstock
Alibaba Group Holding Ltd -%
Jan-Paul Fóri Heute, 08:04 Jan-Paul Fóri

Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba geht den nächsten Schritt. Während die Welt noch über Chatbots und Sprachmodelle (LLMs) diskutiert, investiert der Konzern massiv in die nächste Stufe der Künstlichen Intelligenz: „World Models“. Mit einer millionenschweren Finanzspritze sicherte sich Alibaba jetzt einen Platz in der ersten Reihe für die Ära der Roboter und autonomen Systeme. 

Alibaba lässt die Muskeln spielen. Wie am Freitag bekannt wurde, hat Alibaba Cloud eine Finanzierungsrunde über zwei Milliarden Yuan (rund 290 Millionen Dollar) für das chinesische KI-Start-up ShengShu angeführt. Es ist ein strategischer Schachzug, der weit über die reine Textgenerierung hinausgeht.

Bisher dominieren Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT die Schlagzeilen. Doch es gibt einen Haken: Textbasierte KI stößt bereits heute an ihre Grenzen. Um echte Intelligenz zu erreichen, muss eine KI die physische Welt verstehen – sie muss wissen, wie Schwerkraft funktioniert, wie sich Objekte im Raum bewegen und wie Licht auf Oberflächen reagiert.

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Genau hier setzt ShengShu mit seinem Tool „Vidu“ an. Das Ziel: Die Entwicklung eines „General World Model“. Statt nur Wörter aneinanderzureihen, simuliert diese KI die Realität durch die Kombination von Video-, Audio- und Berührungsdaten. Es ist die Brücke zwischen der digitalen Welt (Gaming, Video) und der physischen Welt (Robotik, autonomes Fahren).

Alibaba Group (WKN: A117ME)

Angriff auf OpenAI und Co

Mit „Vidu“ hat ShengShu ein Werkzeug am Start, das Videos aus Texten generiert – und das bereits vor der breiten Veröffentlichung von OpenAIs Pendant „Sora“. Alibaba bringt sich durch seine jüngste Investition in eine exzellente Position gegenüber heimischen Konkurrenten wie Baidu, Kuaishou und ByteDance (TikTok), die ebenfalls fieberhaft an Video-KIs arbeiten.

Doch Alibaba belässt es nicht bei einem Investment. Der Konzern webt ein ganzes Netz aus KI-Beteiligungen: Tripo AI (3D-Modellierung aus Fotos) erhielt 50 Millionen Dollar, 60 Millionen Dollar flossen an PixVerse (Steuerbare Video-Generierung) und obendrein hat der chinesische Konzern bereits eigene Open-Source-Modelle für die Steuerung von Robotern veröffentlicht.

Der Schlüssel zur Robotik

Warum ist das für Anleger so wichtig? Ohne das Verständnis der physischen Welt – die sogenannten „World Models“ – wird es keine massentauglichen humanoiden Roboter geben. Kevin Kelly, Mitgründer des US-Magazins Wired, brachte es jüngst auf den Punkt: KI benötigt Vernunft, die Fähigkeit zu Lernen und ein Verständnis der Physik. Letzteres ist das fehlende Puzzleteil, an dem Alibaba nun mit Hochdruck arbeitet.

Spannend dabei: ShengShu kooperiert bereits mit Firmen, die „Embodied AI“ entwickeln – also KI, die in Roboterkörpern in Fabriken oder Haushalten zum Einsatz kommt.

Alibaba transformiert sich konsequent vom reinen Online-Händler zum globalen KI-Powerhouse. Die massiven Investments in World Models und Robotik zeigen, dass der Konzern die Zeichen der Zeit erkannt hat. Während der Kernmarkt E-Commerce in China hart umkämpft bleibt, bietet die KI-Sparte enorme Wachstumsfantasie. 

Die Aktie von Alibaba ist eine der tragenden Säulen des China Tech-Giganten Index. Dieser ist ideal für konservative Anleger geeignet um von Technologie-Boom im Reich der Mitte zu profitieren. Wer es spekulativer mag und regelmäßig Updates zum chinesischen Aktienmarkt sowie exklusive Hidden Champions erhalten möchte, abonniert den Börsenbrief China Stock Report.

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