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18.06.2020 Michael Schröder

Aixtron: Ruhe vor dem Sturm

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Aixtron

Für Aixtron scheint es nach einem schwächeren ersten Quartal wieder besser zu laufen. Ein hoher Auftragsbestand und die Entspannung in der Corona-Krise hatten Vorstand Bernd Schulte zuletzt zuversichtlich gestimmt, den Rückstand in den kommenden Monaten aufholen und die bisherigen Jahresziele erreichen zu können. Analystenzeigen sich ebenfalls zuversichtlich.

Der 1983 gegründete Anlagenbauer aus der Nähe von Aachen mit seinen rund 700 Mitarbeitern hat sich auf die Halbleiterbranche sowie die Telekommunikations- und Optoelektronik spezialisiert. Gefragt sind derzeit vor allem LED-Anlagen sowie Anlagen zur Herstellung von Lasern und 3D-Sensoren, etwa für Smartphones. Dabei profitiert Aixtron auch vom Ausbau des neuen 5G-Mobilfunkstandards. Den Hauptteil seines Geschäfts macht Aixtron in China.

Im ersten Quartal bekam die Gesellschaft vor allem die Zurückhaltung der Kunden im Frühjahr und Sommer 2019 zu spüren. Nachdem die Kunden im Vorjahr weniger geordert hatten, fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 45 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug minus 1,1 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im Vorquartal noch ein positives EBIT von mehr als 14 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Für das Gesamtjahr peilt der Spezialanlagenbauer aber weiterhin einen im Vergleich zum Vorjahr mindestens stabilen Umsatz zwischen 260 und 300 Millionen Euro an. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) sollen davon zehn bis 15 Prozent hängen bleiben. Um diese Ziele zu erreichen, muss es im restlichen Jahr aber besser laufen. Dazu beitragen sollte der Auftragsbestand von mehr als 146 Millionen Euro (per Ende März). Das ist ein Viertel mehr als noch Ende 2019.

Analysten beurteilten Aixtron zuletzt fast durchweg positiv. Das durchschnittliche Kursziel der Experten auf Sicht von zwölf Monaten liegt bei etwas mehr als zehn Euro.

Der Ausrüster der Halbleiterindustrie habe als eines von wenigen Branchenunternehmen die Vor-Corona-Ziele nicht zurückgezogen, lobte Deutsche-Bank-Analyst Uwe Schupp. Alle von Aixtron gefertigten Produkte mit Ausnahme von 3D-Sensoren zeigten Wachstum. Zudem sichere das Unternehmen die Lieferketten ab. Auch sein Kollege Janardan Menon von Liberum Capital äußerte sich positiv. Er sieht die Aixtron-Aktie als attraktive Anlage, die gesunde kurzfristige Aussichten für das operative Geschäft mit einem längerfristig starken Wachstumspotenzial bei der OLED- und der MicroLED-Technologie kombiniere.

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal wurden dagegen eher durchwachsen kommentiert. So schrieb Charlotte Friedrichs von der Privatbank Berenberg zwar von einem unerwartet hohen Auftragseingang, kritisierte jedoch, dass Umsatz und EBIT klar niedriger als von ihr prognostiziert ausgefallen seien. Ein ähnliches Fazit zog Andrew Gardiner von der britischen Investmentbank Barclays.

Markus Jost vom Analysehaus Independent Research monierte ebenfalls die verfehlten Erwartungen und merkte an, dass die aktuellen Konjunkturrisiken nicht ausreichend im Aktienkurs eingepreist seien. Sein Kollege Malte Schaumann von Warburg Research schrieb hingegen von einem erwartet trägen Start ins Jahr 2020.

Aixtron (WKN: A0WMPJ)

Das Fazit hat Bestand: Aixtron hat sich in einer Reihe von hochattraktiven Wachstumsmärkten die Marktführerschaft erarbeitet und wird mittel- und langfristig von dieser breiten Aufstellung profitieren. Behält der Vorstand recht, dann dürfte sich das Zahlenwerk im zweiten Halbjahr spürbar verbessern. An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Zieht der Auftragseingang bei einer entsprechenden Preisqualität weiter an, dann wird auch die Marge wieder anziehen.

(Mit Material von dpa-AFX)