WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung wirft dem Software-Riesen Microsoft
Nach mehrfacher Verlängerung der H-1B-Visa können Unternehmen für Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella erhielt einst in den 90er Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google
"Hunderttausende Jobs"
Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, sagte Vance nun. Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling. Genauso gehe die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie den Photoshop-Entwickler Adobe
Microsoft: Nicht neu im Land
Microsoft betonte in einer Reaktion, dass es bei 80 Prozent der im vergangenen Geschäftsjahr eingereichten rund 6.000 H-1B-Anträge darum gegangen sei, den Status bestehender Mitarbeiter zu verändern oder zu verlängern. Auch die restlichen Anträge seien für Menschen gewesen, die sich bereits legal in den USA aufgehalten, aber nicht für Microsoft gearbeitet hätten. Zugleich hieß es, dass ausländische Mitarbeiter genauso gut bezahlt würden wie ihre US-Kollegen.
Beim Stellenabbau bei Microsoft waren vor allem Management-Positionen betroffen, während es sich bei den ausländischen Mitarbeitern eher um Programmierer und andere Tech-Experten handelt. Die Trump-Regierung versuchte bereits, die Vergabe von H-1B-Visa zu erschweren.
Uni-Austauschvisa betroffen
Auch eine andere Visumsart ist der Regierung von Trump ein Dorn im Auge: Neun renommierte US-Universitäten, darunter Harvard, Yale und Stanford, nimmt die Regierung wegen des Einsatzes sogenannter J-1-Austauschvisa für ausländische Forscher und Studierende ins Visier. Vance wirft den Hochschulen vor, damit billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland zu beschäftigen und die Löhne amerikanischer Beschäftigter zu drücken. Nach Angaben des Arbeitsministeriums laufen bereits Ermittlungen.
Wenige Wochen bis zur Parlamentswahl
In den USA steht Anfang November die wichtige Parlamentswahl an, bei der das gesamte Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats zur Wahl stehen. Wenn Trumps Republikaner ihre aktuelle Mehrheit auch nur in einer Kongress-Kammer verlieren, wird es für den Präsidenten schwieriger werden, seine Agenda umzusetzen. Umfragen zeigen eine große Unzufriedenheit mit Trumps Politik und gute Chancen für ein starkes Abschneiden der Demokratischen Partei.
Die Republikaner um Trump versuchen seit Wochen unter anderem, die Demokraten zu "Kommunisten" und "Sozialisten" zu erklären, um ihre Anhänger zu aktivieren. Auf die Frage, wie er Sozialismus definiere, sagte Vance, in den USA laufe dies aktuell darauf hinaus, dass man amerikanische Beschäftigte durch Ausländer ersetzen und Jungs im Mädchen-Sport antreten lassen wolle. Er nahm damit Bezug auf die Kontroverse um Transgender-Athleten, die Trump schon in seinem Präsidentschafts-Wahlkampf 2024 anfachte. Vance gilt als ein wahrscheinlicher Kandidat der Republikaner im Rennen um Trumps Nachfolge 2028./so/DP/he
Quelle: dpa-AFX
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