Das hat Seltenheitswert: Ein Mitglied im EuroStoxx50 verliert satte 17 Prozent an einem einzigen Handelstag. Die Rede ist von Argenx. Die Aktie des europäischen Biotech-Schwergewichts crasht, nachdem das Unternehmen eine Spätphasen-Studie mit dem Top-Seller Vyvgart abbricht.
Die Entscheidung hat das Biotech-Unternehmen getroffen, nachdem ein unabhängiger Datenüberwachungsausschuss (IDMC) den Abbruch der UNITY-Studie nach einer Zwischenanalyse wegen Aussichtslosigkeit empfohlen hat. Argenx wollte mit diesem Programm den Blockbuster Vyvgart auch zur Behandlung des Sjögren-Syndroms zur Zulassung führen.
Damit bricht eine weitere potenzielle Erlösquelle weg. Allein im ersten Quartal hat Argenx mit dem Produkt gut 2,8 Milliarden Dollar erlöst (Vorjahreszeitraum: 1,74 Milliarden Dollar). Allein im zweiten Quartal des laufenden Jahres schnellten die Vyvgart-Einnahmen um knackige 60 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Dollar nach oben.
Das Medikament der Biotech-Gesellschaft ist für zwei seltene Autoimmunerkrankungen indiziert, darunter zur Behandlung von Myasthenia gravis. Unter anderem leidet die ehemalige Tennis-Weltranglisten-Erste Monica Seles an dieser Erkrankung.
Positive Studiendaten gehen unter
Parallel zum Studienflop hat Argenx auch gute Nachrichten am Donnerstag im Gepäck. Der primäre Endpunkt einer Phase-2-Studie mit FB102 zur Behandlung von Zöliakie wurde erreicht. Den Wirkstoff haben die Niederländer durch die milliardenschwere Übernahme von Forte Biosciences in diesem Jahr zum Entwicklungsportfolio hinzugefügt.
Der Studienabbruch wiegt schwer, denn die Spitzenumsatzprognosen für Vyvgart dürften klar gekürzt werden. Die Aktie ist kein Kauf und befindet sich nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. Als Gewinner des Studienabbruchs geht hingegen Amgen hervor. Die Amerikaner konnten vor Kurzem über positive Spätphasenstudiendaten berichten. Der Titel bleibt ein langfristig ausgerichtetes Basisinvestment im Biotech-Sektor.
Heute, 13:35
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