Die Aktien der Autozulieferer stehen am Donnerstag unter Druck. Auslöser ist eine Gewinnwarnung des französischen Wettbewerbers OPmobility. Die Aktie des früheren Plastic-Omnium-Konzerns bricht zeitweise um rund 20 Prozent ein und zieht die gesamte Branche mit nach unten.
Auslöser für die Kursverluste: OPmobility erwartet 2026 nur noch einen operativen Gewinn von 430 bis 450 Millionen Euro. Zuvor hatte der Konzern mit rund 490 Millionen Euro gerechnet. Beim freien Cashflow werden mehr als 220 Millionen Euro erwartet, nachdem ursprünglich 250 bis 300 Millionen Euro angepeilt worden waren. Gleichzeitig sollen in Frankreich und Deutschland rund 770 Stellen wegfallen. Allein in Deutschland stehen rund 460 Stellen zur Disposition.
Die Gründe sind für die Branche entscheidend: OPmobility verweist auf niedrigere Prognosen für die weltweite Autoproduktion, Anpassungen der Kundenaktivitäten in Europa, höhere Kosten und Rückschläge bei Wasserstoffprojekten. Zudem sollen Produktionskapazitäten angepasst werden.
Damit wird aus einer Gewinnwarnung eines einzelnen Zulieferers ein Warnsignal für den gesamten Sektor. Denn die Probleme sind scheinbar nicht nur auf OPmobility beschränkt.
Continental und Aumovio: Zwei sehr unterschiedliche Fälle
Bei Continental gibt es zunächst einen wichtigen Unterschied. Der Konzern hat sich in den vergangenen Monaten deutlich stärker auf das Reifengeschäft konzentriert, während Aumovio seit dem Spin-off im September 2025 das frühere Automotive-Geschäft von Continental fortführt.
Trotzdem reagieren beide Aktien sensibel auf Nachrichten aus der Zulieferindustrie. Continental notierte am Donnerstagvormittag rund zwei Prozent tiefer bei knapp 69 Euro
Aumovio ist operativ deutlich stärker dem von OPmobility beschriebenen Umfeld ausgesetzt. Das Unternehmen hatte seine Prognose bereits im August gesenkt. Für 2026 werden ein bereinigter Umsatz von 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von 3,0 bis 4,0 Prozent erwartet. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um 8,9 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT fiel um knapp 40 Prozent auf 157 Millionen Euro.
Schaeffler kämpft mit hohen Schulden
Schwierig ist die Situation auch bei Schaeffler. Die Aktie fällt am Donnerstag zeitweise um mehr als vier Prozent und notiert damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 5,86 Euro.
Dabei hat Schaeffler die Jahresprognose zuletzt bestätigt. Für 2026 werden 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro Umsatz sowie eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 3,5 bis 5,5 Prozent erwartet. Der Haken liegt unter anderem auf der Bilanzseite: Die Nettoverschuldung betrug Ende Juni 5,55 Milliarden Euro nach 4,92 Milliarden Euro Ende 2025.
Die OPmobility-Warnung verdirbt allen anderen Marktteilnehmern die Stimmung. Trotzdem sieht DER AKTIONÄR die heutige kurzfristige Reaktion des Marktes als Übertreibung an. Aumovio und Continental bleiben ein Kauf.
Heute, 13:53
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