DORTMUND (dpa-AFX) - Der frühere BVB-Profi Jürgen Kohler hat sich kritisch zu den Umständen der Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund
Das neue Arbeitspapier soll eine Ausstiegsklausel für bestimmte Vereine beinhalten, die bereits im Sommer greifen soll und beim BVB lange Zeit verpönt war. "Du verlängerst - aber planst gleichzeitig schon den nächsten Schritt. Das ist kein Zeichen von Stärke", betonte Kohler und erklärte: "Du hast jetzt einen Topspieler - aber mit eingebauter Exit-Strategie. In solchen Konstellationen gibt es oft keinen echten Gewinner."
Kritik an Pfiffen gegen Schlotterbeck
Für den Verein selbst bewertete Kohler das Vorgehen daher als durchaus problematisch. "Bei Borussia Dortmund habe ich oft das Gefühl, dass man eher reagiert als agiert. Wenn du immer schon den nächsten Abgang einkalkulierst, wirst du nie ganz oben ankommen", betonte der 60-Jährige. "Ein Topspieler darf gar nicht erst das Gefühl haben, er müsse wechseln, um den nächsten Schritt zu gehen."
Klare Worte fand Kohler indes aber auch zu den Pfiffen einiger Fans gegen Schlotterbeck bei seinem ersten Auftritt vor heimischen Fans gegen Bayer Leverkusen nach Bekanntwerden der Vertragsverlängerung am vergangenen Samstag. "Ich verstehe den Frust, aber in kritischen Phasen braucht ein Spieler Unterstützung - keine zusätzliche Unruhe. Am Ende hilft das weder ihm noch der Mannschaft", erklärte der Weltmeister von 1990./jgl/DP/men
Quelle: dpa-AFX