Der Auftakt zur US-Berichtssaison ist gemacht: Goldman Sachs hat gestern Zahlen vorgelegt. Diese enttäuschten in einem wesentlichen Punkt. Heute muss sich zeigen, wie sich die Wettbewerber geschlagen haben. Da die Wall-Street-Banken stark im Investmentbanking engagiert sind, wirft das auch ein Schlaglicht auf die mögliche Entwicklung bei der Deutschen Bank im ersten Quartal.
Die Volatilität ist im Februar mit dem Beginn des Iran-Krieges wieder deutlich gestiegen. Daher war eigentlich zu erwarten gewesen, dass bei Goldman Sachs das Geschäft mit dem Handel von Anleihen, Währungen und Rohstoffen aufgedreht hat. Doch das war nicht der Fall: Die Erträge sanken um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 4,01 Milliarden Dollar und rissen die Prognose. Mehr dazu lesen Sie hier.
Das beste Quartal der Geschichte wurde hingegen im Aktienhandel abgeliefert. Auch die Erträge im Investmentbanking waren stark. Das lässt nun erste Rückschlüsse auf die operative Entwicklung der Deutschen Bank zu, die Ende des Monats ihr Zahlenwerk vorstellt.
Die Frankfurter sind hauptsächlich im Handel mit Anleihen und Währungen stark aufgestellt, weniger im Investmentbanking mit dem Emissionsgeschäft und anderen Kapitalmarktdienstleistungen. Darauf haben nun auch erste Analysten im Anschluss an die Zahlen von Goldman Sachs gestern hingewiesen. Kian Abouhossein von JPMorgan sieht für Morgan Stanley oder die UBS aufgrund der stärkeren Ausrichtung auf den Aktienhandel positive Zeichen.
Das gilt indes nicht für die Deutsche Bank. Denn das Management habe bereits angedeutet, dass sich das Handelsgeschäft mit Anleihen und Währungen im ersten Quartal etwas schwächer entwickelt habe. Ob es dennoch eine Überraschung in diesem Segment gibt, bleibt natürlich abzuwarten.
Das Handelsgeschäft könnte im ersten Quartal für etliche Finanzinstitute schwächer verlaufen sein, als es aufgrund des Iran-Kriegs zu erwarten. Mit weiteren US-Banken, die in den kommenden Tagen ihre Zahlen präsentieren, wird mehr Klarheit herrschen. Die Aktie der Deutschen Bank hängt derweil noch unter der 50-Tage-Linie bei 28,39 Euro fest.
Heute, 07:55