Bei Bayer geht es in die heiße Phase. In den kommenden Wochen ist mit richtungsweisenden Neuigkeiten bei den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten zu rechnen. Im Vorfeld der erwarteten News vom Supreme Court (Oberster Gerichtshof) aus den USA hat die DZ Bank die Aktie erneut unter die Lupe genommen und den DAX-Titel hochgestuft.
Analyst Peter Spengler rät nun zum Kauf der Aktie. Das Kursziel wird von 44 Euro auf nun 51 Euro angehoben. "Die Hochstufung basiert auf der starken operativen Entwicklung im ersten Quartal, die deutlich über den Erwartungen lag, und der angehobenen nominalen Prognose für das Gesamtjahr. Die Fortschritte bei der Bewältigung der Rechtsrisiken, die sich nun auch in sinkenden Rückstellungen zeigen, erhöhen die Kalkulierbarkeit", heißt es in der Studie.
Laut Spengler sanken die Rückstellungen für Rechtsrisiken von 11,8 auf nun 10,4 Milliarden Euro. Ein zentraler Baustein sei ein vorgeschlagener Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar, der am 4. März 2026 die vorläufige Genehmigung eines US-Gerichts erhielt.
"Wichtige Termine in diesem Verfahren sind das Ende der Widerspruchsfrist am 4. Juni 2026 und die Anhörung zur endgültigen Genehmigung am 9. Juli 2026. Gleichzeitig wird bis Ende Juni 2026 eine Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA im Fall Durnell gegen Monsanto erwartet, die bei einem positiven Ausgang die Grundlage für künftige Klagen entziehen könnte", erklärt Spengler in seiner aktuellen Studie.
Auch wenn sich Licht am Ende des Tunnels in der Causa Glyphosat anbahnt, ist der Ausgang immer noch ungewiss. Am Ende des Tages entscheiden die Gerichte in den USA. Anleger lassen weiter Vorsicht walten und verharren nach wie vor an der Seitenlinie.
FAQs:
Was macht Bayer?
Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Leverkusen ist in drei Divisionen gegliedert: Pharma, Crop Science und Consumer Health.
Warum ist Bayer eng mit Monsanto verbunden?
Im September 2016 unterzeichnete der DAX-Konzern eine bindende Fusionsvereinbarung zur Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto. Durch die Transaktion haben sich die Leverkusener auch die Glyphosat-und PCB-Rechtsstreitigkeiten ins Haus geholt.
Warum zahlt Bayer derzeit relativ wenig Dividende?
Um die hohe Verschuldung deutlicher reduzieren zu können, hat Bayer die Dividende für einen gewissen Zeitraum auf das gesetzliche Mindestmaß reduziert. Zuvor galt das Unternehmen als spendabler Dividenden-Zahler.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 07:55