13.08.2019 Marion Schlegel

TUI: Berg- und Talfahrt - und jetzt?

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TUI
Trendthema

Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max hat dem weltgrößten Reisekonzern TUI schon vor dem Sommer einen herben Gewinnrückgang eingebrockt. Auch die Unsicherheit rund um den Brexit und der Trend zu Last-Minute-Schnäppchen machen dem Touristikriesen aus Hannover zu schaffen. Vorstandschef Fritz Joussen sieht sich daher in seiner Strategie bestätigt, mehr auf eigene Hotels, Kreuzfahrten und Digitalisierung zu setzen. Während Rivale Thomas Cook (Neckermann Reisen) ums Überleben kämpft, kann TUI Preiskampf und Boeing-Krise jedoch verkraften.

Teuer kommt TUI vor allem das Startverbot für die neuen Boeing-Jets zu stehen. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni kostete das Desaster den Reisekonzern bereits 144 Millionen Euro. Im gesamten Geschäftsjahr bis Ende September sollten es rund 300 Millionen Euro werden. Bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Dienstag hielt Joussen an seiner Prognose fest, dass der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebita) im laufenden Geschäftsjahr um bis zu 26 Prozent zurückgehen dürfte. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 hatte TUI noch ein operatives Ergebnis von fast 1,2 Milliarden Euro erzielt.

Im zweiten Quartal brach der operative Gewinn sogar um fast die Hälfte auf 101 Millionen Euro ein. Unter dem Strich blieb für die Aktionäre gerade noch ein Überschuss von rund 22 Millionen Euro und damit 85 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte zwar um knapp vier Prozent auf 4,75 Milliarden Euro zu. Doch das lag vor allem daran, dass TUI das Geschäft mit Ausflügen am Urlaubsort durch zwei Übernahmen zuletzt kräftig ausgebaut hatte.

TUI (WKN: TUAG00)

Die anfänglichen deutlichen Gewinne musste die Aktie von TUI im Laufe des Tages nicht nur komplett wieder abgeben, das Papier rutschte sogar massiv ins Minus. Mehr als vier Prozent gibt die Aktie am Dienstagnachmittag ab. DER AKTIONÄR sieht aber mittlerweile bereits viel Negatives bei TUI eingepreist. Eine Bestätigung der jüngsten Bodenbildung ist deswegen wahrscheinlich. Anleger sollten ihre Positionen mit einem Stopp im Bereich von 7,50 Euro nach unten absichern.

(Mit Material von dpa-AFX)