22.10.2019 Maximilian Völkl

Siemens schluckt Senvion-Teile – Windkraft bald auch im DAX?

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Siemens
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Anfang des Jahres ging der Turbinenhersteller Senvion pleite. Inzwischen ist klar, dass der Konzern nicht als Ganzes erhalten werden kann. Siemens Gamesa übernimmt nun weite Teile von Senvion und stärkt damit die eigene Position. Im kommenden Jahr will sich die Mutter Siemens wiederum von der Gamesa-Beteiligung trennen – die dürfte aber im DAX bleiben.

Siemens Gamesa übernimmt das europäische Servicegeschäft von Senvion für Onshore-Windräder, das geistige Eigentum des Konzerns und ein portugiesisches Werk für Onshore-Turbinen. Für 200 Millionen Euro erwirbt die Siemens-Tochter 60 Prozent der rund 2.000 Senvion-Mitarbeiter und stärkt damit die eigene Marktposition. Der Konzern gilt bereits als Weltmarktführer für Offshore-Turbinen.

Zu 59 Prozent ist der spanische Windriese im Besitz von Siemens. Allerdings will der Konzern die Beteiligung an die künftige Tochter Siemens Energy abgeben. Diese soll im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden – Siemens wird in die Minderheit gehen und maximal noch 49 Prozent halten. Siemens Energy gilt aufgrund seiner Größe selbst als klarer DAX-Kandidat und soll sich als eigenständiger Komplettanbieter in der Energietechnik und –versorgung etablieren.

Ein Gewinn für alle Beteiligten.

Siemens-Gamesa-Chef Markus Tacke zur Übernahme

„Diese Transaktion ist ein wichtiger Schritt“, sagte Markus Tacke, der Vorstandsvorsitzende von Siemens Gamesa. „Die Einbindung der Servicegeschäftsbereiche von Senvion ermöglicht es uns, das Wachstum in einem wichtigen Marktsegment voranzutreiben und unsere Kapazitäten in Deutschland und anderen wichtigen europäischen Märkten entscheidend zu erweitern, während die Rotorblattfertigung uns hilft, Risiken im schwierigen Handelsumfeld zu minimieren.“

Siemens (WKN: 723610)

Mit der Abspaltung von Siemens Energy treibt Siemens den Umbau immer weiter voran. Das ist positiv: Der Konglomeratsabschlag könnte sich durch das Spin-off weiter verringern. Trotz der langfristig guten Aussichten rechnet DER AKTIONÄR nach den jüngsten Gewinnen nicht mit einer raschen Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Anleger warten deshalb weiter ab und bleiben an der Seitenlinie.