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19.08.2020 Maximilian Völkl

Paukenschlag bei RWE: Milliardenschwere Kapitalerhöhung - Aktie unter Druck - dreht sich jetzt das Übernahmekarussell?

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RWE

Am Dienstag nach Börsenschluss sorgte RWE für Aufsehen. Der Versorger kündigte eine Kapitalerhöhung an. Inzwischen sind auch die Details bekannt. RWE will mit dem frischen Geld vor allem seine grünen Aktivitäten ausbauen. An der Börse kommt die Aktie zunächst unter Druck, mittelfristig könnte sich der Schritt aber auszahlen.

Zwei Milliarden Euro hat RWE durch die Kapitalerhöhung brutto eingenommen. 61 Millionen Aktien wurden dafür zu 32,55 Euro je Stück verkauft. Aus dem Xetra-Handel war RWE am Dienstag zu 34,24 Euro gegangen. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde in dem beschleunigten Verfahren ausgeschlossen. Bereits für das Geschäftsjahr 2020 sind die neuen Aktien dividendenberechtigt.

RWE will den Nettoerlös in den zusätzlichen Ausbau des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien stecken. Der Konzern will dabei über das Ziel hinausgehen, die installierte Leistung bis Ende 2022 auf mehr als 13 Gigawatt netto zu erhöhen und rund fünf Milliarden Euro in Erneuerbare zu investieren – Teile des Geldes sollen auch zur Finanzierung des zuletzt angekündigten Nordex-Deals dienen.

Analysten positiv gestimmt

Die Kapitalerhöhung komme überraschend, dürfte am Markt aber positiv aufgenommen werden, so RBC-Analyst John Musk. Die stärkere Bilanz sorge für mehr Wachstum und Flexibilität. Alberto Gandolfi von Goldman Sachs rechnet mit einer deutlichen Wertschaffung: Sollte RWE seine Kapazitäten über die kommenden zehn Jahre um schätzungsweise jährlich 500 Megawatt erhöhen, dann könnte der Konzern damit rund zwei Milliarden Euro zusätzlichen Wert schaffen. Das entspräche 3 Euro je Aktie.

RWE (WKN: 703712)

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist der Schlüssel für die erfolgreiche Zukunft von RWE. Die Kapitalerhöhung ist deshalb durchaus positiv zu werten. Anleger geben kein Stück aus der Hand und lassen die Gewinne laufen.

Um das Portfolio auszubauen, könnte RWE auch wieder Übernahmen tätigen. Vor allem Windpark- und Solarparkprojektierer rücken deshalb ins Blickfeld. Unter anderem die AKTIONÄR-Altempfehlungen Encavis und ABO Wind könnten von der neuen Fantasie profitieren. Die Aktien bleiben auf der Kaufliste.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Encavis.