Ford verschärft den Fokus von E-Autos auf Plug-in-Hybride. Auf der Suche nach geeigneten Batterien könnte der Autobauer aus Detroit nun ausgerechnet bei BYD landen. Die Chinesen sind ein führender Batteriehersteller – der US-Politik aufgrund des Handelskrieges allerdings ein Dorn im Auge. Kritik wird laut.
Berichten des Wall Street Journal zufolge führt Ford mit BYD Gespräche über eine mögliche Lieferung von Batterien für Hybridfahrzeuge. Angedacht ist laut mit der Sache vertrauten Personen eine Versorgung der internationalen Ford-Werke außerhalb der USA. Die dort produzierten Modelle würden weltweit verkauft, auch in den USA. Ein Abschluss ist offen, die Gespräche laufen.
Für Ford kommt der Vorstoß zur rechten Zeit. Der Konzern hat angekündigt, sich angesichts schwächerer Nachfrage vom reinen Elektroauto zurückzuziehen und stärker auf Hybride zu setzen. Im vergangenen Quartal stiegen die Hybridverkäufe um 18 Prozent auf rund 55.000 Fahrzeuge, auf E-Autos wurde dagegen im Dezember eine Abschreibung in Milliardenhöhe vorgenommen. Vorstandschef Jim Farley sagte auf der Detroit Auto Show, man wolle das erfolgreiche Hybridkonzept des F-150 auf weitere Baureihen ausdehnen und den Kunden mehr Auswahl geben. Für den Ausbau braucht Ford passende Batterien.
BYD: Eine feste Größe im Batteriegeschäft
BYD bringt genau diese Kompetenz mit. Der Konzern ist nicht nur der größte Elektroautoanbieter der Welt, sondern auch einer der führenden Batteriehersteller und verfügt über eine starke Fertigung für Hybridbatterien. Laut Bernstein Research stiegen die Batterieauslieferungen im vergangenen Jahr um 47 Prozent auf 286 Gigawattstunden. Produziert wird überwiegend in China, Kapazitäten entstehen aber auch in Europa, Südostasien und Brasilien. Medien spekulieren über den Einsatz von LFP-Batterien auf Basis der Blade-Batterie, die auch in BYDs eigenen Plug-in-Hybriden zum Einsatz kommt.
Sogar Tesla war BYD-Kunde
Ein Deal mit Ford würde den Kundenstamm der Chinesen verbreitern. BYD beliefert bereits Hersteller wie Xiaomi, XPeng, Nio und Geely. Selbst Rivale Tesla hat für seine Gigafactory in Berlin zeitweise BYD-Batterien bezogen. Ford wäre allerdings kein gänzlich neuer Kunde: Schon seit 2020 nutzt das Gemeinschaftsunternehmen mit Changan in China BYD-Batterien.
So @ford wants to simultaneously prop up a Chinese competitor's supply chain and make it more vulnerable to that same supply chain extortion? What could go wrong here?
— Peter Navarro (@RealPNavarro) January 15, 2026
Ford, BYD in talks for hybrid vehicle battery deal, WSJ reports https://t.co/uvmxTsYUrI
US-Politik kritisiert Ford
Politisch ist das Thema heikel. Trumps Handelsberater Peter Navarro kritisierte öffentlich die Abhängigkeit von einer chinesischen Lieferkette. Der Vorsitzende des China-Ausschusses im US-Repräsentantenhaus, John Moolenaar, mahnte, Ford solle mit Verbündeten arbeiten, nicht mit Gegnern. Ein Ford-Sprecher erklärte, man spreche mit vielen Unternehmen über vieles. BYD wollte sich nicht äußern.
BYD ist einer der führenden Hersteller bei Akkus für E-Autos. Viele Unternehmen setzen auf die fortschrittliche Blade-Batterie der Chinesen. Auch im Autogeschäft ist der Konzern aus Shenzhen einer der wichtigsten Akteure. Die Aktie ist einen Blick wert. Ford bringt sich mit dem Vorhaben dagegen ins Kreuzfeuer der US-Politik. Sollte die Entscheidung für BYD fallen, dürften sich die Konsequenzen aber in Grenzen halten. Nach einem starke Run im Vorjahr konsolidiert die Aktie aktuell. Ein Rücksetzer auf den GD50 könnte ein Kaufsignal darstellen.
16.01.2026, 15:55